17.08.2026 – Starke Lastschwankungen in modernen KI-Rechenzentren erfordern neue Versorgungskonzepte. Siemens und Reinhausen reagieren mit einem Halbleitertransformator.
Der steigende Einsatz von künstlicher Intelligenz hat Einfluss auf die Energieversorgung und Infrastruktur von Rechenzentren. Die bisherigen Strukturen müssen weiterentwickelt und an die neuen Herausforderungen angepasst werden.
Neue Technik für KI-Rechenzentren
Eine Lösung wurde im Rahmen einer strategischen Partnerschaft von den Unternehmen Siemens und Reinhausen in Form eines Solid-State-Transformators (SST) entwickelt. Dieser Halbleitertransformator kann für Netzspannungen bis zu 36 kV genutzt werden und unterstützt eine – künftig notwendige – Ausgangsspannung von 800 VDC für KI-Rechenzentren. Diese Solid-State-Transformatoren sind für die steigenden Anforderungen der Energiewirtschaft von Vorteil, da diese in der Lage sind Leistungswandlungs-, Regelungs- und Transformationsfunktionen in einem modularen System zu vereinen. So ist es möglich, Wechselspannung aus einem Mittelspannungsnetz sofort in Gleichspannungsstrom umzuwandeln und damit die Rechenzentrumsinfrastruktur zu unterstützen und zu regulieren.
Mittelspannung effizient umwandeln
Das neue System soll künftig die dynamischen Lastprofile innerhalb weniger Millisekunden ausgleichen können und den Betrieb der Rechenzentren stabilisieren und optimieren. Ausfälle – bedingt durch Leistungseinbrüche – sollen auch verhindert werden. Da ein solcher Solid-State-Transformator mittelspannfähig ist, hat er gegenüber herkömmlichen mehrstufigen AC/DC-Umwandlern den Vorteil, dass er eine effizientere Energieversorgung – in Bezug auf die hohe Leistungsdichte bei KI-Infrastrukturen – ermöglicht.
Zwei Unternehmen, eine Technologie
Das Unternehmen Reinhausen ist ein weltweit agierender Hersteller von Spannungsregelungstechnologien für Leistungstransformatoren und konnte seine Erfahrungen im Bereich der Netzstabilität, Stromqualität und Mittelspannungsleistungselektronik in die Entwicklung des Solid-State-Transformators einbringen. Ergänzend dazu ist Siemens als Technologiekonzern in den Bereichen Leistungselektronik, Netzschutz, Automatisierung und Digitalisierung erfahren. Zur Regulation der Solid-State-Transformatoren standen die Themen Netzintegration, Schutz- und Regelungstechnik sowie Leistungswandlung im Fokus.
Zu den wesentlichen Merkmalen der gemeinsam entwickelten Lösung gehören der modulare Aufbau, die Skalierbarkeit und eine hohe Verfügbarkeit. Der Solid-State-Transformator eignet sich für unterschiedliche Leistungsanforderungen und wechselnde Netzanschlussbedingungen. (rp)



