14.11.2025 – Erstmals hat eine deutsche Freiflächen-PV-Anlage die Präqualifikation zur Teilnahme an der Sekundärregelleistung (aFRR) erreicht.

Die Anlage in Schkölen ist der erste deutsche präqualifizierte PV-Park für die Sekundärregelleistung. (Bild. ENERPARC AG)
Verantwortlich für das Projekt sind der ÜNB 50Hertz, die Entelios AG sowie die Sunnic Lighthouse AG, eine Tochterfirma des PV-Parkbesitzers ENERPARC. Die Anlage (37,4 MWp) im thüringischen Schkölen hat die Präqualifikation erfolgreich durchlaufen. Seit dem 11.11.2025 nimmt sie am aFRR-Markt teil und das in beiden Richtungen:
Im Einsatzszenario aFRR negativ geht es um die Abregelung bei einem Stromüberschuss. In diesem Fall kann die Einspeisung in Zeiten hoher Erzeugung reduziert werden, um das Stromnetz zu entlasten. Zudem entfalle nach Angaben von Entelios der Bedarf, Regelenergie durch fossile Kraftwerke bereitzustellen. Beim wichtigen Szenario aFRR positiv steht die Zuspeisung im Falle eines Stromdefizits im Fokus. Eine zuvor abgeregelte PV-Anlage könne dann innerhalb kürzester Zeit wieder einspeisen und das Netz stabilisieren.
Technologisch-regulatorische Voraussetzungen erfüllt
Für die Teilnahme an der Sekundärregelleistung bedarf es präziser Prognosensysteme, hoher Datenqualität und technischer Prozesse. Dafür haben die beteiligten Unternehmen eine Lösung aus Messtechnik, Datenmanagement und einem KI-gestützten Prognosemodell installiert. Entelios bringt in dieses Projekt seine Erfahrung in der Entwicklung, Simulation und Umsetzung von Präqualifikationskonzepten ein. Sunnic ergänze als Vermarkter von PV-Erzeugungsprofilen diese Kompetenzen. Zudem war die enge Abstimmung mit 50Hertz für regulatorische Anforderungen, technische Schnittstellen und die Integration der Prognosesysteme bedeutsam.
„Die erfolgreiche Integration unserer PV-Anlage in den aFRR-Markt ist ein Paradigmenwechsel – nicht nur für Sunnic und unsere Branche, sondern auch für das gesamte Energiesystem. Gemeinsam mit Entelios konnten wir ein zukunftsweisendes Konzept umsetzen, das zeigt, dass auch volatile erneuerbare Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik dazu in der Lage sind, unser Stromnetz bei Schwankungen mitzustabilisieren“, sagt Arved von Harpe, Geschäftsführer von Sunnic Lighthouse. Weitere Anlagen aus dem Portfolio von Sunnic sollen folgen, sobald sie präqualifiziert sind. (cst)

