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Reibungslos digitalisiert

05.02.2026 – Für die Digitalisierung der Niederspannungsnetze suchten die Stadtwerke Waldkirch im Breisgau eine ebenso zuverlässige wie unkomplizierte Lösung. Ein Testprojekt mit Cluey EM und GRIDALYZER von der comtac AG sorgte für positive Überraschung.

Foto: comtac AG

Die Digitalisierung in den Ortsnetzen schreitet voran – wenn auch oft nur in kleinen Schritten. Denn gerade kleine und mittelgroße Versorger stellt die Evaluierung der verfügbaren Systeme und die Entscheidung für eine passende Lösung oft vor Herausforderungen. Dies gilt auch für die Stadtwerke Waldkirch, die auf dem Gebiet der gleichnamigen Großen Kreisstadt ein Verteilnetz im Mittel- und Niederspannungsbereich mit 92 Ortsnetz-Trafostationen betreiben, an das rund 11.000 Haushalte und Gewerbebetriebe angeschlossen sind. Der versorgte Bereich umfasst gemischte Wohn- und Gewerbegebiete mit einer überdurchschnittlichen Anzahl an PV-Anlagen und Wallboxen. Daraus ergeben sich Anforderungen an das Monitoring respektive die Digitalisierung in der Niederspannung, die durchaus als modellhaft gelten können.

Um eine optimale Lösung zu finden, haben die Stadtwerke Waldkirch eine ausgedehnte Sondierungsphase angesetzt, in der verschiedene technische Lösungsansätze getestet wurden. Norman Lübke, der in seiner Funktion als Technischer Leiter für die Tests verantwortlich ist, konnte hier bereits seit Jahren Erfahrungen sammeln. Ihm zufolge hatten sämtliche getesteten Systeme eines gemeinsam: „Sie waren alle zu kompliziert.“

Positive Überraschung

Auf Vorschlag des Lösungsanbieters Rey Technologies aus Freiburg installierten die Stadtwerke Waldkirch Ende vergangenen Jahres die Lösung des Schweizer Anbieters comtac AG in einer ihrer Trafostationen. Sie besteht aus dem Controller Cluey EM sowie dem GRIDALYZER, einem modularen System zur Messung und KI-gestützten Bewertung relevanter Netzgrößen. Die Komponenten sind schnell installiert und ermöglichen es – angebunden an die Digitalisierungsplattform BentoNet – die zentralen Anforderungen an Netztransparenz und Datenerfassung gemäß § 14a EnWG zu erfüllen.

Sieben GRIDALYZER Powermeter, ein Cluey EM Controller mit LTE-Modul zur Datenkommunikation und die cloudbasierte BentoNet-Software zur Datenauswertung und Visualisierung ermöglichen eine einfache, testweise „Out-of-the-Box-Digitalisierung“ einer Trafostation. „Der Kunde erhält damit einen aussagekräftigen Prototypen für die netzweite Digitalisierung, bei der Daten aus allen Trafostationen natürlich auch in das jeweilige Leitsystem einfließen können“, erläutert Oliver Roth, Geschäftsführer der comtac AG.

Transparenz in 15 Minuten

Die Installation des Testsystems aus GRID- ALYZER, Cluey EM und BentoNet erfolgte am 19. November 2025 – und hinterließ in Waldkirch schnell einen nachhaltigen Eindruck. „In der Trafostation hat es ziemlich genau 24 Minuten gedauert, bis wir die Daten auf unseren Smartphones sehen konnten – das mitzuerleben war schon cool“, so Norman Lübke. Er geht davon aus, dass diese Zeit noch unterboten werden könne: „Mit etwas Übung ist eine Viertelstunde zum Ausrüsten einer kompletten Trafostation durchaus realistisch“.

Einfache Prozesse

In weniger als einer halben Stunde waren die Komponenten installiert und die Daten auf dem Smartphone verfügbar. (Foto: comtac AG)

Dieses Tempo ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass die comtac, BentoNet und Rey Technologies bereits seit geraumer Zeit zusammenarbeiten, um die reibungslose Interaktion der Lösungskomponenten sicherstellen zu können. So ist der Cluey EM als Trafo- und Kabelverteiler-Monitoring-Lösung für das Niederspannungsverteilnetz „BentoNet ready“ zertifiziert. Das Modul für die in Waldkirch erforderliche Datenkommunikation über das LTE-Funknetz ist als Option direkt bei der comtac AG verfügbar.

Auch bei der Entwicklung des als „Besser-Messer“ beworbenen Power Meters GRIDALYZER besaßen die möglichst einfache und fehlerfreie Installation und Inbetriebnahme bei comtac Priorität: So verknüpft eine QR-Code-gestützte Abgangszuordnung Messstellendaten und Messpunkt unverwechselbar miteinander, auch bei Erweiterungen und Verdrahtungsänderungen. Jeder Sensor ist zudem eindeutig identifizierbar. Die Rogowski- Stromsensoren bieten eine werkzeuglose Montage, sichere Bajonettverschlüsse und Diagnosefunktionen inklusive einer integrierten USB-Schnittstelle und einer LED-Anzeige. Beide eignen sich, um Messwerte und Status lokal anzuzeigen oder zu melden. „Über die USB-Schnittstelle lassen sich aktuelle Messwerte und der Betriebszustand für Diagnosezwecke mittels frei erhältlicher Terminalprogramme anzeigen. Alle Messwerte können zusätzlich einfach über das Modbus RTU-Interface ausgelesen werden. Kommunikation und Spannungsversorgung sind mithin vollständig über Bus-Kabel möglich“, ergänzt Oliver Roth. Auch das kompakte Gehäuse ist für eine flexible Montage per Hutschiene, Magnet oder Kabelbinder ausgelegt.

KI-Funktionen als längerfristige Perspektive

Für den weiteren Betrieb ist zudem wichtig, dass die Firmware und die KI-Modelle des GRIDALYZER sowohl über ein USB-Interface, als auch über die Modbus-RTU-Schnittstelle upgedatet werden können. Die KI-Funktionalität, die Qualitätsindikatoren generiert, und damit einen Blick auf die Spannungsqualität ermöglicht, ist für die Stadtwerke Waldkirch derzeit noch kaum relevant, wie Norman Lübke einräumt: „Die KI-Funktionen dürften für uns erst dann interessant werden, wenn die Testphase abgeschlossen ist, wir unser Netz in der Breite digitalisieren und so in einen Massenprozess eintreten – alles zu seiner Zeit. Wann ein solcher Massenbetrieb beginnt, stehe allerdings noch nicht fest, so Lübke: „Ich sehe für 2026 noch keinen Rollout.“ Ein solcher sei für die Stadtwerke Waldkirch ein bedeutender Schritt und eine wichtige Festlegung, sagt der technische Leiter. Und hier gilt: „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.“

„Testen ohne Reue“

Dennoch kann der technische Leiter schon wenige Wochen nach der Installation trotzdem ein erstes Fazit ziehen und eine Empfehlung aussprechen: „In unserer Testumgebung haben uns der Cluey und der GRIDALYZER auf Anhieb rundum überzeugt: durch die vorbildlich einfache Installation und die zuverlässige Funktion im Testbetrieb.“ Auch wenn die Entscheidung über einen netzweiten Rollout noch nicht gefallen sei, könne man die Lösung anderen Netzbetreibern ans Herz legen, so Norman Lübke: „Cluey EM, GRIDALYZER und BentoNet ermöglichen ein Testen ohne Reue: Kein anderes System ließ sich so schnell und effizient in der Ortsnetzstation aufsetzen, und auch die Erfahrungen aus dem Monitoring im laufenden Betrieb sind sehr ermutigend.“ (pq)

www.comtac.ch