Weitere Ergebnisse...

Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Post Type Selectors

Smartere Netze?  

17.11.2025 – Zum zweiten Mal veröffentlichen envelio, Anbieter von Smart-Grid-Software und energate eine gemeinsame Studie zum Stand der Digitalisierung in den Verteilnetzen.   

Die Digitalisierung der Niederspannungsnetze steht noch am Anfang (Bild: may/stock.adobe.com (KI gereriert))

Die zunehmende Komplexität der Energieinfrastruktur im Zuge der Energiewende stellt Netzbetreiber vor neue Herausforderungen: Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien wird die Stromversorgung dezentraler und volatiler. Hinzu kommen neue Lastspitzen, etwa durch den Anschluss privater Ladepunkte oder Wärmepumpen. Um die Stromnetze während der Transformation effizient überwachen, steuern und planen zu können, ist ein hohes Maß an Digitalisierung und Automatisierung erforderlich. Doch inwieweit ist dies den Verteilnetzbetreibern in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits gelungen? envelio und energate haben dazu 130 Fach- und Führungskräfte befragt.  

Wenig Fortschritt   

Wenngleich der Nutzen der Digitalisierung vor allem im operativen Netzbetrieb von den befragten Netzbetreibern klar gesehen wird, stagniert die Digitalisierung: 56 Prozent der Befragten geben an, dass sich ihr Unternehmen in der Anfangs- oder Entwicklungsphase befindet – 2024 waren es 54,4 Prozent. Über zwei Drittel (69 Prozent) geben an, dass der Grad der Automatisierung im Netzbetrieb bei ihnen unter 50 Prozent liegt, nur 6 Prozent stufen den Automatiserungsgrad mit 75 bis 100 Prozent als hoch ein. Zwar geben rund 72 Prozent der deutschen Netzbetreiber an, künstliche Intelligenz zu nutzen, allerdings bleibt diese in der Regel auf Pilot- oder Analyseprojekte beschränkt. Eine Einbindung in operative Steuerungsprozesse ist noch nicht erfolgt. Immerhin 41 Prozent der befragten Netzbetreiber nutzen ein vollständig digitales Netzmodell (“digitalen Zwilling”), 75 Prozent planen den Einsatz.   

Interne Hürden  

Woran hakt es noch? Wie schon die erste, zeigt auch die zweite Umfrage, dass es vor allem interne und weniger externe Umstände sind, welche die digitale Transformation ausbremsen. So bereitet die technische Integration digitaler Systeme bei 64 Prozent der Befragten Probleme. Über zwei Dritteln (67 Prozent) mangelt es an internem Know-how und über die Hälfte (54 Prozent) sehen die IT-Sicherheit als Herausforderung.  

Problemfall Niederspannungsnetz   

Das Niederspannungsnetz (NS-Netz) erweist sich erneut als kritischer Punkt.  Die Umsetzung von § 14a und § 12 EnWG ist nach wie vor ausbaufähig: Lediglich 4 beziehungsweise 9 Prozent der befragten Netzbetreiber haben diese Vorgaben vollständig realisiert. Etwas weiter ist die Branche bei der Einspeisung nach § 9  EEG, wo immerhin 11 Prozent eine vollständige Umsetzung melden – doch auch hier bleibt die Mehrheit noch weit vom Ziel entfernt. Dennoch geht ein Großteil der Netzbetreiber davon aus, die Vorgaben zur Steuerung bald umzusetzen. (pq)  

www.envelio.de 

www.energate.de