07.04.2026 – Die Stromversorgung Greding führt gemeinsam mit SMIGHT Echtzeit-Monitoring in Ortsnetzstationen ein und setzt damit auf datenbasierte Entscheidungen.
Als erster Stromlieferant im bayrischen Altlandkreis Hilpoltstein wurde die Stromversorgung Greding im Jahre 1899 gegründet und betreibt bis heute das örtliche Verteilnetz. Mit rund 100 Kilometern Netzlänge ist dieses überschaubar, doch die Anforderungen sind dieselben wie fast überall in Deutschland: Steigende Einspeisung aus Photovoltaik, wachsende Lasten durch Elektromobilität und zunehmende Dynamik im Netz verändern die Anforderungen grundlegend. Für die Stromversorgung Greding ist klar: Die Zukunft des Netzbetriebs ist datenbasiert. „Unser Anspruch ist es, unser Netz aktiv zu gestalten und nicht nur zu verwalten. Dafür brauchen wir Transparenz über den tatsächlichen Zustand unserer Infrastruktur“, sagt Geschäftsführer Thomas Mendl. „Echtzeitdaten helfen uns, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen für Netzbetrieb und Netzausbau zu treffen.“
Vom Rechenmodell zur Realität
Bislang basierten Netzbewertungen vielfach auf theoretischen Annahmen und Berechnungen. Mit der Einführung von SMIGHT Grid2 verfügt das Unternehmen nun über Echtzeitdaten und schaffen damit Transparenz über tatsächliche Lastflüsse und Auslastungen im Netz. Erste Auswertungen zeigen: Manche vermeintlich kritischen Stationen sind deutlich geringer ausgelastet als angenommen, während andere Effekte erst durch kontinuierliche Messung sichtbar werden.

Der Blick ins Cockpit zeigt eine hohe Neutralleiterbelastung durch ein starkes Ungleichgewicht in den einzelnen Phasen. (Bild: SMIGHT GmbH)
Grundlage für kommende Anforderungen
Die strategische Neuausrichtung zahlt zugleich auf zukünftige regulatorische Anforderungen ein. Eine belastbare Kenntnis der Netzzustände ist Voraussetzung für ein wirksames netzorientiertes Steuern nach §14a EnWG sowie für den Umgang mit Einspeisevorgaben gemäß §9 EEG.
„Netzsteuerung und Netzausbau müssen auf belastbaren Daten basieren. Nur wenn wir den tatsächlichen Netzzustand kennen, können wir entscheiden, ob und wo Eingriffe notwendig sind“, so Mendl. „Transparenz im Netz ist deshalb eine zentrale Voraussetzung für die kommenden regulatorischen Anforderungen.“
Das Projekt zeigt: Auch ein kleiner Netzbetrieb wie die Stromversorgung Greding kann sich aktiv als moderner, zukunftsorientierter Netzbetreiber positionieren, der die Herausforderungen der Energiewende aktiv gestaltet – mit einer klaren Digitalstrategie und dem Anspruch, das eigene Netz nachhaltig weiterzuentwickeln. (pq)



