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Vorläufige Netzentgelte für 2027

05.10.2026 – Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT Germany und TransnetBW haben die vorläufigen bundeseinheitlichen Netzentgelte für 2027 veröffentlicht.  

Die Netzentgelte für 2027 wurden unter Berücksichtigung eines Zuschusses zur anteiligen Finanzierung der Übertragungskosten ermittelt. Grundlage ist der vom Bundeskabinett Anfang September 2026 beschlossene Gesetzesentwurf, der für die Jahre 2027 bis 2029 einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 5,525 Milliarden Euro plant. Finanziert wird er aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) und soll in § 24d des Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verankert werden. Für 2027 fällt der Zuschuss knapp eine Milliarde Euro niedriger aus als für 2026.  

Mit dem vorgesehenen Zuschuss beträgt das durchschnittliche Netzentgelt auf Höchst- und Umspannungsebene 2027  3,54 Cent pro Kilowattstunde – 2026 liegt es bei 2,86 ct/kWh. Ohne den geplanten Zuschuss läge es bei 6,52 ct/kWh und damit knapp 3 ct/kWh höher. 

Bild: sam richter / stock.adobe.com, KI-generiert

Gesetzliche Regelung muss noch verabschiedet werden 

Eine Verabschiedung des Gesetzes über einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten für die Jahre 2027 bis 2029 steht derzeit noch aus. Sollte bis zum 7. Dezember 2026 keine Rechtssicherheit bestehen, ist davon auszugehen, dass sich die endgültigen bundeseinheitlichen Übertragungsnetzentgelte für das Jahr 2027 entsprechend erhöhen werden.  

Keine finanziellen Vorteile für Übertragungsnetzbetreiber  

Der geplante Zuschuss muss vollständig für die Senkung der Netzentgelte eingesetzt werden – dazu sind die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet. Der Zuschuss kommt allen Kund:innen zugute, die Strom aus dem Übertragungsnetz beziehen sowie den Kund:innen der nachgelagerten Verteilernetzen. Wie stark die Entlastung in den Verteilnetzen ausfällt, hängt von deren jeweiligen Netzcharakteristika ab und kann regional unterschiedlich sein. Die Übertragungsnetzbetreiber haben aufgrund ihrer Regulierung keinen finanziellen Vorteil durch den geplanten Zuschuss.  

Systemstabilität und Investitionen in die Netzinfrastruktur  

Zwei Faktoren sind für die Netzkosten maßgeblich entscheidend: Die Maßnahmen zur Sicherung der Systemstabilität – etwa das Engpassmanagement zur Vermeidung von Netzüberlastungen sowie die Investitions- und Betriebskosten der Netzinfrastruktur. Mit fortschreitendem Netzausbau werden die Kosten für das Engpassmanagement zukünftig sinken. (rp)  

https://www.tennet.eu/de 

https://www.50hertz.com/de/ 

https://www.amprion.net/ 

https://www.transnetbw.de/de