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Entspannt digitalisieren

24.07.2026 – Seit drei Jahren ist der schwedische CRM-Anbieter Lime Technologies in der deutschen Energiewirtschaft aktiv. Zum ersten Kundentag gab es ein neues Produkt zu sehen – und viel positives Feedback.

Foto: Valerie M/peopleimages.com / stock.adobe.com

Am Tag unserer Verabredung mit dem CRM-Anbieter Lime Technologies fallen in Köln alle Hitzerekorde. Bei Außentemperaturen von rund 40 Grad wird jede Bewegung und jeder Gedanke sehr anstrengend. Doch in den Geschäftsräumen von Lime hoch oben im Kölner Mediapark-Turm, wo das Team gerade letzte Vorbereitungen für den ersten deutschen Kundentag trifft, herrscht ein wesentlich angenehmeres Klima – und das liegt keineswegs nur an den erfrischend temperierten Räumen. Die Stimmung ist entspannt, offen und freundlich.

Filip Arenbo, Chief Product Officer bei der schwedischen Muttergesellschaft, erzählt vom praktischen Nutzen des digitalen Personalausweises in Schweden, und welche neuen Funktionen er gerade für seine Haus-App programmiert hat. Spontan stellt sich das Gefühl ein, dass Digitalisierung ganz einfach sein kann, unmittelbaren Nutzen stiftet und sogar Spaß macht. Bei Lime Technologies ist das zumindest ein erklärtes Entwicklungsziel: „Unser System soll unseren Kunden helfen, ihren Kunden eine perfekte Customer Journey zu bieten – mit wenig Aufwand und viel Raum für eigene Ideen“, führt Arenbo aus. Aus diesem Grund ist das Lime CRM – marktführendes System bei Energieversorgern der nordischen Länder und europaweit bei etwa einer Million Anwender:innen im Einsatz – seit jeher als übergreifende Plattform konzipiert.

Alles verbinden

Die Vision war jedoch, das CRM vom Datenspeicher zur aktiven Prozessmaschine weiterzuentwickeln, wie Filip Arenbo erläutert: „Ein CRM-System ist oft ein zentraler Hub, der viele Systeme – ERP, Website, E-Mail, Kalender oder branchenspezifische Systeme und viele andere – miteinander verbindet, um den Nutzern eine vollständige 360°- Sicht auf den Kunden zu ermöglichen. Mit all diesen Daten wächst naturgemäß auch der Bedarf, unterschiedliche Arbeitsprozesse zu automatisieren.“ Das wollte man umsetzen – mit dem Anspruch, die Automatisierung tief in alle Bereiche der Plattform einzuweben. Von Anfang an waren daher sechs Produktteams beteiligt, die Integrationen, Formulare, Massenimport, E-Mail/SMS und KI abdeckten.

Unabhängig automatisieren

„Da Lime CRM größere und komplexere Unternehmen adressiert, wie etwa Energieversorgungsunternehmen, ist die Systemlandschaft und die Art zu arbeiten für jedes Unternehmen bis zu einem gewissen Grad einzigartig“, ergänzt Filip Arenbo. Genau hier setzt das neue Tool Workflows an. Mit Workflows für Lime CRM können Unternehmen Integrationen, Automatisierungen und KI-Agenten direkt in ihrer CRM-Umgebung erstellen und betreiben.

Automatisierungen und Integrationen lassen sich intuitiv und ohne tiefere IT-Kenntnisse umsetzen. (Foto: Lime Technologies Sweden AB)

Die Lösung wurde in Schweden entwickelt und basiert auf der deutschen Fair-Code-Plattform n8n. Dadurch verbleiben Daten und Prozesse vollständig innerhalb Europas, regulatorische Konformität und Transparenz sind von Anfang an integriert. Diese Aspekte gewinnen angesichts von Vorgaben wie der DSGVO und dem EU AI Act, aber auch mit Blick auf die speziellen Sicherheitsanforderungen für KRITIS-Unternehmen zunehmend an Bedeutung. „Mit einer europäischen Alternative für Automatisierung und KI, die zudem direkt in der CRM-Umgebung unserer Kunden eingesetzt werden kann, schaffen wir ein hohes Maß an Sicherheit für europäische Unternehmen. Wir sind stolz darauf, dem Markt eine Lösung anbieten zu können, von der wir wissen, dass sie stark nachgefragt wird“, sagt Filip Arenbo.

Die ersten Signale sind vielversprechend: Arenbo und Blanken, Vertriebsleiter der deutschen Lime Technologies GmbH, berichten von 700 Anmeldungen für das Launch-Webinar und einem guten Feedback seitens der deutschen Kunden.

Workflows für Lime CRM

Technisch formuliert ist Workflows ein Tool, mit dem sich Integrationen und Automatisierungen auf einer visuellen Oberfläche konfigurieren lassen. Praktisch sieht die Lösung tatsächlich kinderleicht aus – und ist nach den Worten des schwedischen Produktleiters darauf ausgelegt, viel Arbeit und Kosten zu sparen: „In wenigen Minuten können Kunden per Drag- and-Drop sogenannte Nodes auf einer Arbeitsfläche zusammenstellen und damit individuelle Integrationen und Automatisierungen bauen, für die bisher tagelange Arbeit hochqualifizierter Fachleute nötig war.“ Darüber hinaus bietet Workflows eine KI-Ebene, über die sich KI-Agenten in jeden Workflow einbinden lassen. „Das ist eine großartige Möglichkeit, die Potenziale von KI zu erkunden und im eigenen Tempo zu nutzen“, sagt Filip Arenbo und Benjamin Blanken ergänzt: „Man kann eigentlich alles selbst ausprobieren, aber natürlich unterstützen wir unsere Kunden bei Bedarf. Es gibt zum Beispiel Muster-Workflows für typische Prozesse, die die Kunden nutzen und individuell anpassen können.“ Außerdem stehe jederzeit ein persönlicher Ansprechpartner bereit.

n8n inside

„Auch, wenn das Ergebnis ganz einfach funktioniert – technisch ist es sehr anspruchsvoll, eine leistungsfähige Workflow Engine von Grund auf zu entwickeln“, betont Filip Arenbo. Dementsprechend habe man sich bei Lime sehr genau überlegt, ob man hier selbst einsteigt und welche Alternativen infrage kommen. Letztlich hat man sich für eine Zusammenarbeit mit der Berliner n8n GmbH entschieden, die ein benutzerfreundliches, visuelles Workflow-Tool und einen Katalog mit hunderten von fertigen Konnektoren zu den gängigsten Systemen bereitstellt. Lime hat diese Plattform lizenziert und tief in Lime CRM integriert, um Nutzern eine nahtlose Erfahrung zu bieten. „Wir haben n8ns bewährte Grundlage genutzt und darauf eine CRM-native Schicht aufgebaut – inklusive eigener Lime-Nodes, eines nativen Login-Flows und eines dedizierten Delivery-Experts-Teams, das während der Beta-Phase Workflows für Kunden konfiguriert,“ erklärt Filip Arenbo.

Energie bündeln

Beim ersten deutschen Kundentag wurden Workflows der anwesenden Versorgungsunternehmen präsentiert und kamen dem Vernehmen nach sehr gut an: „Besonders toll ist zu sehen, dass Lime wirklich auf Technologien setzt, die uns in Zukunft helfen werden“, sagt Stefan Nitschke, Allgäuer Überlandwerk, der demonstrierte, wie die AÜW KI im Unternehmen einführt. Die Stadtwerke Witten zeigten live im System, wie sie schon heute Preisanpassungen über Lime verschicken.

KI-Agenten können frei eingebunden und für definierte Aufgaben genutzt werden. (Foto: Lime Technologies Sweden AB)

Doch beim Kundentag geht es gar nicht in erster Linie um Produkte und Technologie. Das Event heißt nach dem schwedischen Vorbild „Kraftsamlingen“, was frei übersetzt so viel bedeutet wie „Energie bündeln“. Für die Versorger und Netzbetreiber der nordischen Länder ist die Lime-Kundenveranstaltung seit vielen Jahren eine feste Größe im Terminkalender. „Was Kraftsamlingen in Schweden seit fast zwei Jahrzehnten erfolgreich macht, ist der direkte Austausch zwischen den Kunden. Die wertvollsten Ideen entstehen oft dann, wenn Anwender ihre Erfahrungen miteinander teilen. Mit der ersten deutschen Ausgabe bringen wir diese gebündelte Energie nun auch hierzulande an einen Tisch. Für uns ist das weit mehr als eine Veranstaltung – es ist der Start einer starken Community innerhalb der deutschen Energiewirtschaft.“

Stefan Nitschke vom AÜW überzeugt der Ansatz und auch Stefan Sperling vom ÜZ Mainfranken bestätigt: „Der offene Austausch mit anderen Stadtwerken und Energieversorgern war für mich der größte Mehrwert des Tages, um deren Einblicke und Probleme näher kennen zu lernen.“

Noch ist die deutsche Community überschaubar, doch die schwedische Art, Kundenprozesse zu digitalisieren, zeigt auch hierzulande erhebliches Potenzial. (pq)

www.lime-technologies.de