Preisbremse in der Grundversorgung?

05.01.2026 – Mit der Absenkung der Strom-Netzentgelte zum Jahresbeginn 2026 reduzieren sich bei vielen Grundversorgungstarifen die Kosten, wie eine Auswertung des Digitalisierungsunternehmens ene’t zeigt.

Zum 1. Januar 2026 entfaltet der Zuschuss der Bundesregierung für die Netzentgelte in Höhe von 6,5 Milliarden Euro seine Wirkung – wodurch auch viele Verbraucher:innen in den Grundversorgungstarifen profitieren dürften. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse der ene’t GmbH, für die das Unternehmen im Dezember 2025 insgesamt 9.168 Postorte mit neuen Grundversorgungstarifen identifizierte. Die Auswertung zeigt, dass für 8.847 dieser Postorte sinkende Tarife für das Jahr 2026 kommuniziert wurden. 

Prozentuale Veränderung in der Stromgrundversorgung 2026 gegenüber 2025: Abnahmefall für einen Familienhaushalt (Standard-Lastprofil, 4.000 kWh/a, Niederspannung). (Grafik: ene't GmbH)

Prozentuale Veränderung in der Stromgrundversorgung 2026 gegenüber 2025: Abnahmefall für einen Familienhaushalt (Standard-Lastprofil, 4.000 kWh/a, Niederspannung). (Grafik: ene’t GmbH)

Den Berechnungen nach spart ein Single-Haushalt mit jährlichem Stromverbrauch von 1.500 kWh im Jahr 2026 im gewichteten Durchschnitt rund 6,23 Prozent – bei Jahreskosten von dann 582,89 Euro. Ein Familienhaushalt (4.000 kWh) könne demnach 8,18 Prozent der Stromkosten reduzieren (1.313,35 €). Auch ein Standard-Lastprofil-Gewerbekunde mit 40.000 kWh Strombedarf könne um etwa 5 Prozent entlastet werden. 

Weitere Einflussfaktoren 

Die ausgewerteten Daten deuten auf flächendeckende Senkungen von Grundversorgungstarifen hin, die auch in direktem Zusammenhang mit den teils deutlich reduzierten Netzentgelten stehen. Gleichzeitig wäre es nach Aussagen der Analyst:innen zu kurz gegriffen, die aktuelle Entlastungswelle ausschließlich auf die Netzentgelte zurückzuführen: Schließlich haben sich die Großhandelspreise für Strom gegenüber den Krisenjahren deutlich beruhigt. Infolgedessen greifen die Beschaffungsstrategien der Versorger wieder und der wachsende Anteil erneuerbarer Energien sorgt zunehmend für strukturell niedrigere Erzeugungskosten. 

Untersuchungsmethodik 

Der Auswertung liegen die veröffentlichten Preise von 434 der 817 Stromgrundversorger in Deutschland (53,1 Prozent) zugrunde, die Änderungen enthalten. Dies betrifft rund 63 Prozent des stromversorgten Gebiets hierzulande. Verglichen wurden die Preise mit Gültigkeit zum 01.11.2025 und 01.02.2026. Die durchschnittlichen Jahreskosten wurden nach Anzahl der versorgten Postleitzahl-Ort-Kombinationen (synonym „Postorte“) in einem Grundversorgungsgebiet gewichtet. Betrachtet wurde nur das Hauptnetz in einem Postort. Den Berechnungen liegt überwiegend ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh (Standard-Lastprofil, Niederspannung, Drehstromzähler) in der Grundversorgung zugrunde. (cp) 

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