TransnetBW erprobt bidirektionales Lademanagement

28.01.2022 – TransnetBW untersucht in einem auf zwei Jahre angelegten Pilotversuch im Rahmen des Projekts „Bidirektionales Lademanagement“ (BDL) zwei Anwendungsfälle der Technologie.

Beim ersten Anwendungsfall soll bidirektionales Laden der Elektrofahrzeugflotte dafür sorgen, dass ein erhöhter Energiebedarf den Netzanschluss nicht überlastet. Die Elektrofahrzeuge dienen in diesem Fall als Speicher und damit zur kurzfristigen Leistungserhöhung, um andere Fahrzeuge in der Flotte schnell mit Strom zu versorgen.

Beim zweiten Anwendungsfall soll bevorzugt regenerativ erzeugter Strom getankt und so der CO2-Fußabdruck von Fahrzeugflotten gesenkt werden – und zwar nicht nur bilanziell, sondern auch absolut. Anhand eines prognostizierten CO2-Indexes lädt die Software die Fahrzeuge dann, wenn der aktuell ins Netz einspeisende Kraftwerkspark einen geringen Ausstoß von CO2-Äquivalenten aufweist.

Grundlage für Nutzung netzdienlicher Flexibilität

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Foto: iStock.com/Zapp2Photo

Für die Umsetzung setzt der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW spezielle Kostal-Wallboxen für bidirektionales Laden in Verbindung mit drei entsprechend technisch umgerüsteten BMW i3 ein. Diese werden ohne Einschränkungen in die TransnetBW-Fahrzeugflotte integriert. Das Fraunhofer ISE entwickelt eine Optimierungssoftware und unterstützt beim Aufbau der Dateninfrastruktur zur gezielten Steuerung der Fahrzeuge.

Damit bildet das Projekt auch die Grundlage für weitere Anwendungsfälle mit netzdienlicher Flexibilität, etwa die Bereitstellung von Redispatch-Leistung oder die Stützung der Netzfrequenz durch Regelleistung.

Intelligentes Zusammenspiel von Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Stromnetzen

Die Projektbeteiligten erproben insgesamt 14 Anwendungsfälle mit dem Ziel, ein ganzheitliches, nutzerorientiertes Angebot für die Integration von Elektrofahrzeugen in das Energiesystem in Deutschland zu entwickeln. Dafür ist neben nutzerfreundlichen technologischen Lösungen ein intelligentes Zusammenspiel von Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Stromnetzen notwendig. In ihrem Positionspapier zur Bereitstellung von Systemdienstleistungen aus Elektrofahrzeugen mit bidirektionalem Lademanagement betrachten die Konsortialpartner die Anwendungsfälle Primärregelleistung und Engpassmanagement.

Neben dem Konsortialführer BMW Group sind die Partner KOSTAL Industrie Elektrik GmbH, TenneT, Bayernwerk Netz GmbH, KEO GmbH, FfE München, Karlsruher Institut für Technologie und die Universität Passau beteiligt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. (ds)

www.transnetbw.de

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