Studie: Gewaltige Investitionslücke für Ladeinfrastruktur-Ausbau

30.03.2022 – Eine neue Studie von Siemens Financial Services (SFS) schätzt die weltweite Investitionslücke für Ladeinfrastruktur für E-Mobilität von 2021 bis 2023 auf 45,3 Milliarden US-Dollar und geht für die Jahre 2024 bis 2026 von einem Anstieg auf eine Höhe von 104,1 Milliarden US-Dollar aus. Diese Lücke stellt die Differenz zwischen der installierten Ladeinfrastruktur dar, die bereits finanziert wird, und jener, die noch über Investitionen und entsprechende Ausgaben (CAPEX) abgedeckt werden muss.

puzzle
Bild: stux/pixabay.com

Der dringende Investitionsbedarf wird einerseits durch die verabschiedeten Emissionsziele für den Straßenverkehr ausgelöst, die wiederum ein Schlüsselfaktor bei der Erreichung nationaler Klimaschutzziele sind, andererseits spricht sich auch eine weltweite Mehrheit der Öffentlichkeit für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge aus.

Die Studie unterteilt die Investitionsherausforderung in zwei Zeitabschnitte: zunächst 2021 bis 2023 und anschließend 2024 bis 2026. Dadurch wird das unterschiedliche Wachstum veranschaulicht, zunächst die Phase der frühen Nutzer von Elektrofahrzeugen und dann die Phase in der Elektromobilität allgemein verbreitet sein wird. Der enorme Anstieg zwischen den beiden Zeiträumen zeigt, dass der Investitionsbedarf exponentiell wachse.

Durch intelligente Finanzierung, zum Beispiel auch über spezialisierte private Geldgeber, können die Investitionskosten der Studie zufolge an den erwarteten Cashflow der Ladestationen angepasst, sodass die Investition bzw. die Finanzierung budgetneutral gestaltet werden kann. Die Nutzung dieser Finanzierungsmöglichkeiten kann die Verbreitung der Ladeinfrastruktur positiv beeinflussen und bei der Entwicklung des gesamten Markts für Elektrofahrzeuge eine wichtige Rolle spielen.

Methodik der Studie

Bei der Ermittlung der Schätzungen des Markts für Ladeinfrastruktur für die Zeiträume 2021-2023 und 2023-2026 wurden verschiedenste Analysten befragt. Der geschätzte Markt umfasst Stationen für normales, schnelles und ultraschnelles Laden, sowohl mit Wechselstrom (AC), als auch mit Gleichstrom (DC). Investitionen und Technologien, die angesichts einer wachsenden Zahl von Elektrofahrzeugen beim Ausbau des nationalen Stromnetzes erforderlich sind, finden dabei noch keine Berücksichtigung. Bei den entsprechenden Investitionen wird teilweise bereits Fremdkapital eingesetzt. Deshalb wurden die Markteinschätzungen angepasst, um die derzeitige Gesamtmarktdurchdringung mit Finanzierungsalternativen wie Equipmentfinanzierung und Leasing zu reflektieren. Die beiden Dreijahreszeiträume veranschaulichen die Zunahme der Investitionsherausforderung für die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in den Jahren 2021 bis 2023 und 2024 bis 2026. (ds)

www.siemens.de

Share