Weitere Landstromanlagen für Kieler Ostuferhafen

25.05.2022 – Siemens erhält von der Seehafen Kiel GmbH & Co. KG den Auftrag, zwei weitere Landstromanlagen des Typs „SIHARBOR“ im Ostuferhafen in Kiel zu errichten. Das Bauprojekt umfasst den Kooperationspartnern zufolge eine 50/60-Hz-Landstromanlage für Kreuzfahrt- und Fährschiffe sowie eine 50-Hz-Landstromanlage für Fährschiffe. Sie soll den auf Schiffen benötigten Strom während des Hafenaufenthalts auf Basis regenerativer Energiequellen auf dem Festland erzeugen und dadurch an Bord befindliche Diesel-Generatoren ersetzen. Mit der Fertigstellung sollen ab Ende 2023 im gesamten Kieler Hafen an allen großen Passagier-, Fracht- und Fährterminals bis zu sechs Schiffe gleichzeitig mit Ökostrom versorgt werden können.

Erneute Zusammenarbeit

Wie Siemens vermeldet, hat das Technologieunternehmen den neuen Auftrag nach einer EU-weiten Ausschreibung in Form eines Verhandlungsverfahrens mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb erhalten. Laut den Kooperationspartnern ist die Zusammenarbeit kein Novum: Auch die bereits bestehenden Kieler Landstromanlagen am Ostsee- und Schwedenkai sowie am Norwegenkai habe Siemens errichtet. Mit der Fertigstellung sämtlicher Landstromanlagen sollen ab Ende 2023 im gesamten Kieler Hafen an allen großen Passagier-, Fracht- und Fährterminals bis zu sechs Schiffe gleichzeitig mit Ökostrom versorgt werden können.

Der Auftrag umfasst nach Angaben von Siemens die Ausführungsplanung sowie die Lieferung, Montage, Verkabelung und Inbetriebnahme aller für den Betrieb der Landstromanlagen notwendigen Anlagen- und Bauteile, den notwendigen Hoch-, Tief- und Wasserbauarbeiten und die Gesamtinbetriebnahme des Systems.

Landstromanlage Kieler Hafen Siemens
Wie hier am Kieler Ostseekai sollen ab Ende 2023 auch im Ostuferhafen mehrere Passagier- und Frachtschiffe parallel mit Landstrom versorgt werden können. Foto: Siemens AG

Zwei Anlagen für die Versorgung bis zu drei Seeschiffen

Im Falle des aktuellen Auftrags bieten die zwei Landstromanlagen laut Siemens die Kapazitäten für die parallele Versorgung von bis zu drei Seeschiffen. Die erste der beiden Landstromanlagen sei für die Versorgung von bis zu zwei Fähr- bzw. Kreuzfahrtschiffen ausgelegt und binde vier Liegeplätze am Ostuferhafen an Landstrom an. Sie verfügt über eine Leistung von 16 MVA und kann Kreuzfahrt- und Fährschiffe mit einer Frequenz von 50 bzw. 60 Hz und einer Spannung von 6,6 kV oder 11 kV versorgen.

Die zweite Landstromanlage mit einer 50-Hz-Netzfrequenz ist dem Technologieunternehmen zufolge ausschließlich für Fracht- und RoRo-Schiffe konzipiert und versorgt zwei Liegeplätze mit einer Spannung von 6,6 kV oder 11 kV bis zu einer maximalen Leistung von 5 MVA.

Kieler Hafen: Emissionsfreie Zukunft im Blick

Neben der unternehmenseigenen Umstellung auf erneuerbare Energieträger möchte der Hafen nach eigener Darstellung mit der Landstrominfrastruktur auch Anreize für Reedereien schaffen, an der Kaimauer CO2-Emissionen einzusparen. Zudem erhoffe sich der Hafenbetreiber, dass die Landstromversorgung neben der CO2-Ersparnis auch die Lärm- und Schadstoffbelastung der Schiffe während ihrer Liegezeit reduziert. (ds)

www.siemens.de

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