Siemens Blitzatlas 2021: 491.000 Blitzeinschläge

25.07.2022 – Der Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDS), der unter anderem auch von Stromnetzbetreibern genutzt wird, hat die Vorjahreszahlen veröffentlicht: Insgesamt registrierte BLIDS im vergangenen Jahr 491.000 Erdblitze in ganz Deutschland, knapp 100.000 Einschläge und damit 23 Prozent mehr als 2020. 2021 lag der Durchschnittswert für Deutschland bei 1,4 registrierten Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer. Im Vorjahr waren es 1,1.

Der Landkreis Starnberg ist Blitzhochburg Deutschlands 2021. Mit einer Blitzdichte von 7,6 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer liegt der oberbayerische Landkreis deutlich vor dem zweitplatzierten Augsburg (5,9). Die geringste Blitzdichte ermittelte der Siemens-Blitzdienst in den Städten Solingen in Nordrhein-Westfalen mit unter 0,2 Blitzereignissen pro Quadratkilometer, Brandenburg an der Havel (0,2) und Bremen mit knapp 0,3 Blitzereignissen pro Quadratkilometer. München führt erneut mit einer Blitzdichte von 4,4 die Liste der Landeshauptstädte an, gefolgt von Kiel (knapp 4,0). Die höchste Blitzdichte unter den Bundesländern verzeichnet Baden-Württemberg, Bayern registrierte unter den Ländern die meisten Erdblitze im Jahr 2021 – mit knapp einem Drittel (31 Prozent) aller gemessenen Einschläge.

Die Haupt-Gewittertätigkeit in ganz Deutschland lag 2021 im Juni, in dem mehr als die Hälfte aller Blitze des Jahres niedergingen. Blitzreichster Tag war der 29. Juni mit über 45.000 Erdblitzen, die meisten gemessenen Blitze 2021 ereigneten sich im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit über 10.000 Einschlägen im Kreis Mecklenburger Seenplatte sowie fast 8.000 im Landkreis Vorpommern-Greifwald. Unter den Bundesländern führt Baden-Württemberg mit 2,6 Blitzen pro Quadratkilometer, Bayern (2,2) sowie Schleswig-Holstein (1,7) folgen. Schlusslicht mit nur 0,4 Blitzen pro Quadratkilometer ist – wie bereits letztes Jahr – der Stadtstaat Bremen. Blitzhauptstadt unter den Landesresidenzen ist München (4,4), gefolgt von Kiel (4,0) und Stuttgart (2,7). Bremen und Magdeburg (je 0,3) sind die Landeshauptstädte, in denen es vergangenes Jahr am wenigsten geblitzt hat. Nur elfmal hat im ganzen Jahr 2021 der Blitz in Schweinfurt, der Blitzhauptstadt 2018, eingeschlagen.

Foto: Getty

BLIDS

Der Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDS) nutzt rund 160 verbundene Messstationen in Europa und betreut das Messnetz in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Benelux, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Dank der präzisen Messtechnik können die Sensoren problemlos im Abstand von 350 Kilometern aufgestellt werden, was die Installations-, Betriebs- und Wartungskosten sehr klein hält. „Mit der aktuellen Software können wir bis auf 50 Meter genau ermitteln, wo gerade ein Blitz eingeschlagen hat“, sagt Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens. Dank der fortschreitenden Digitalisierung und der rasant gestiegenen Rechen- und Speicherkapazitäten gelinge BLIDS eine immer schnellere und präzisere Datenübertragung von mittlerweile unter zehn Sekunden nach einem Blitzeinschlag, so dass eine nahezu zeitgleiche Verfolgung von Gewitterereignissen möglich ist. Über cloudbasierte Lösungen stellt der Blitz-Dienst die Blitzdaten für Kunden auf ihren PCs und Mobilgeräten bereit

Europäische Kooperation

Im Vergleich der Nachbarländer liegt Deutschland im Mittelfeld. Mit einer durchschnittlichen Blitzdichte für ganz Deutschland von 1,4 liegt Deutschland im europäischen Vergleich an Stelle 18 von 43 Ländern. An der Spitze liegt Bosnien-Herzegowina vor Slowenien und Montenegro. Schlusslicht ist Irland, hinter Norwegen und UK. In Bosnien Herzegowina gibt es im Schnitt mehr als viermal so viele Einschläge wie in Deutschland und sogar 77-mal mehr als in Irland.

Gemessen hat EUCLID, der europäische Verbund der Blitzortungssysteme in den verschiedenen Ländern. „Dass ein homogenes, europäisches Messnetz – trotz von Land zu Land differierender Normen – zur Verfügung gestellt werden kann, ist das Resultat der hervorragenden Zusammenarbeit und Abstimmung der verschiedenen Wetter- und Messdienste in ganz Europa“, sagt Stephan Thern.  „Damit kann den Kunden und Nutzern eine gleichwertige Qualität der Messdaten angeboten werden.“

www.siemens.com

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