KI-Brancheninitiative gewinnt STADTWERKE AWARD

01.10.2025 – Beim VKU-Stadtwerkekongress in Mainz wurden insgesamt vier Projekte mit dem STADTWERKE AWARD 2025 ausgezeichnet.  

Die ausgezeichneten Stadtwerke erhalten den Preis für ihre individuellen Beiträge zur Energiewende. Insgesamt gab es in diesem Jahr mehr als 50 eingesendete Bewerbungen. Die Entscheidung trifft eine achtköpfige Jury (zwei Drittel). Zudem fließt seit 2018 eine Publikumsstimme zu einem Drittel in das Endergebnis ein. Die nominierten Projekte werden hierfür in der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) vorgestellt und dann zur digitalen Abstimmung gestellt.  

„Die diesjährigen Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie sie vor Ort technische Innovationen entwickeln, neue Geschäftsmodelle erproben und sich den gesellschaftlichen Fragen, die untrennbar mit der Transformation unserer Energieversorgung verbunden sind, stellen“, betont Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH und Initiator des Awards. „Mit dieser starken dezentralen, kommunalen Basis blicke ich zuversichtlich auf den weiteren Weg der Energiewende.“ 

KI im Netzbetrieb 

Die „Brancheninitiative GenAI Factory Netzbetreiber“ setzte sich gegen mehr als 50 Bewerbungen aus Deutschland und Österreich durch. Tobias Zuckschwerdt (3. v. li.) präsentiert die Urkunde. (Bild: Jonathan Göpfert/SWK)

Die „Brancheninitiative GenAI Factory Netzbetreiber“ setzte sich gegen mehr als 50 Bewerbungen aus Deutschland und Österreich durch. Tobias Zuckschwerdt (3. v. li.) präsentiert die Urkunde. (Bild: Jonathan Göpfert/SWK)

Den ersten Platz gewann die Brancheninitiative GenAI Factory Netzbetreiber. Dazu gehören die SWKiel Netz GmbH, die RheinNetz GmbH, die Stadtwerke Bielefeld GmbH, die enercity Netz GmbH, Energieversorgung Halle Netz GmbH, die Stadtnetze Münster GmbH und die Netze Duisburg GmbH. Die sieben Netzgesellschaften schlossen sich Anfang dieses Jahres mit den Energieforen Leipzig und der A4I zusammen, um den Einsatz generativer KI im Netzbetrieb systematisch zu verbessern.  

Innerhalb weniger Monate entwickelten die Netzgesellschaften erste Anwendungen in den Bereichen Stromlastprognosen, Kundenservice, Netzdokumentation und automatische Eingangsbearbeitung, ergänzt durch einen energiewirtschaftlichen Wissens-GPT, eine IT-Roadmap und ein Change-Management-Modul. Die Lösungen seien auf andere Netzbetreiber übertragbar und haben nach Ansicht der Jury durch ihre Originalität überzeugt. 

Dr. Jörg Teupen, Technik- und Personalvorstand der Stadtwerke Kiel AG sagt: „Diese Auszeichnung hebt noch einmal hervor, dass die Branche vor enormen Herausforderungen steht. Die Energiewende und die Digitalisierung der Netze stellen die Netzbetreiber vor große, komplexe Aufgaben. Gleichzeitig bieten sich vielfältige Chancen, insbesondere im Umfeld der Automatisierung und KI. Die Brancheninitiative setzt genau hier an und wird speziell für das Netzgeschäft relevante Use-Cases entwickeln.“ 

Geteilter zweiter Platz 

Auf dem geteilten zweiten Platz landeten die Wien EnergieGmbH und die Stadtwerke Essen AG. Wien Energie entwickelt aktuell die europäische Plattform Hyoneer. Hynoeer erfasst Produktions- und Verbrauchsdaten entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette automatisiert, speichert die Daten unveränderbar und bereitet sie für Zertifikatsanträge auf. Die Lösung verspreche eine transparente und manipulationssichere Nachweisführung von Wasserstoff und biete Produzenten und Verbrauchern deutliche Kosten- und Zeitvorteile. Vor allem die Skalierbarkeit sowie den Innovationsgrad würdigte die Expertenjury bei diesem Projekt.  

Die Stadtwerke Essen belegten mit ihrer Plattform KUBIKS den zweiten Platz. (Bild: VKU/Tim Goger)

Die Stadtwerke Essen belegten mit ihrer Plattform KUBIKS den zweiten Platz. (Bild: VKU/Tim Goger)

Die Stadtwerke Essen belegen mit KUBIKS ebenfalls Rang zwei. Die White-Label-Lösung dient der vollständigen Digitalisierung von Mehrparteienhäusern. Sämtliche Anlagen, wie Hauptzähler, Submetering, Heizungsanlagen, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und Rauchmelder integriert die Plattform. Damit ermögliche sie Eigentümern und Verwaltern von der Datenerfassung bis zur Betriebskostenabrechnung eine durchgängige Bewirtschaftung. Neben beschleunigten Abrechnungen und minimierten Dienstleister-Schnittstellen erhalte der Mieter einen transparenten Überblick über seine Verbrauchsdaten. Die Jury hebt den Beitrag des Projekts zur Digitalisierung der Immobilienwirtschaft und zur Umsetzung der Wärmewende hervor.  

Sonderpreis für die Stadtwerke Bonn GmbH  

Mit der Kampagne „Bonn bleibt bunt“ positionieren sich die Stadtwerke Bonn für Vielfalt, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das zentrale Motiv, ein bunter Ball, stehe dabei für Offenheit und Gemeinschaft. Die Kampagne ist in der Unternehmensstrategie verankert, bindet Mitarbeitende ein und ist im Bonner Stadtbild ebenso präsent wie auf Social Media und bei Veranstaltungen. Die Jury verleiht den Sonderpreis, da „Bonn bleibt bunt“ zeige, dass auch Haltung und demokratischer Zusammenhalt unverzichtbar für die Energiewende seien. Die Initiative sei laut Jury „ein greifbares und übertragbares Modell, wie Stadtwerke auch über ihre Kernaufgaben hinaus wirken können“. (cst) 

www.stadtwerke-award.net 

Quelle Beitragsbild: VKU / Tim Goger