16.09.2025 – Beteiligung kann Konflikte mindern und Akzeptanz erhöhen. Das bestätigt eine aktuelle Auswertung von 200 Energieprojekten.
Eine Auswertung von rund 200 Projekten zeigt: Beteiligungsverfahren führen in der Regel nicht zu Verzögerungen, sondern können Konflikte entschärfen und die Akzeptanz vor Ort erhöhen. Das ist das Ergebnis des Forschungsprojekts BePart, durchgeführt vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit, dem ECOLOG-Institut, dem Bündnis Bürgerenergie e.V. und der Renewables Grid Initiative.
Auswertung von 200 Projekten
Bei Windparks und Freiflächen-PV hatten Beteiligungsmaßnahmen keinen wesentlichen Einfluss auf die Laufzeiten. Verzögerungen entstanden überwiegend durch behördliche Genehmigungen und Planungsverfahren. Nur in Einzelfällen kam es durch Bürgerbeteiligung zu Anpassungen, die die Projektzeit verlängerten.
Beim Netzausbau zeigte sich ein anderes Bild: Hier sorgte die Vielzahl von Akteuren und komplexe Planungsprozesse dafür, dass Beteiligungsverfahren teilweise die Projektdauer erhöhten. Die Forschenden betonen jedoch, dass sich Beteiligung dennoch auszahle, weil sie Vertrauen schafft und den Ausbau langfristig absichert.
Beteiligung als Konfliktlösung
In vielen Fällen waren Beteiligungsmaßnahmen eine Reaktion auf bestehende Konflikte. Heute fließen in fast der Hälfte der Wind- und PV-Projekte direkte Zahlungen an Kommunen. Ob dies zu weniger Widerstand führt, hängt laut Studie jedoch stark von den regionalen Bedingungen ab. Entscheidend seien transparente Kommunikation, lokale Wertschöpfung und professionelle Moderation in schwierigen Situationen.
Standards für gute Praxis
Für die Zukunft empfehlen die Forschenden klare Qualitätsstandards, mehr Ressourcen für kleinere Kommunen und den Einsatz lokaler Mittler. Auch gesetzliche Vorgaben könnten sinnvoll sein, sofern sie Spielraum für regionale Lösungen lassen. Erste Standards und Siegel gibt es bereits, etwa in Thüringen oder im Kreis Steinfurt. (pms)



