20.04.2026 – Laut einer Analyse des Softwareunternehmens Gluu stehen rund ein Drittel der erfahrensten Beschäftigten des deutschen Energie- und Versorgungssektors kurz vor der Verrentung. Nun sind die Unternehmen gefragt, das ausscheidende Wissen zu konservieren.
Die Belegschaft im deutschen Energiesektor altert schneller, als sie sich erneuert: Zu dieser Erkenntnis kommt eine aktuelle Untersuchung des dänischen Business Process Management-Spezialisten Gluu. Demnach sind rund 24 Prozent der Fachkräfte in der deutschen Energiewirtschaft zwischen 55 und 74 Jahre alt – Menschen, die in den kommenden Jahren aus dem Arbeitsleben ausscheiden werden. Der Nachteil dieses Prozesses liegt auf der Hand, da mit dem Renteneintritt auch das persönliche Fachwissen aus den Betrieben mitgenommen wird – insbesondere jenes, das kaum schriftlich dokumentiert wurde.
Søren Pommer, CEO von Gluu, kennt dieses Problem aus der Praxis: „Was die Menschen beim Ausscheiden mitnehmen, sind nicht ihre Werkzeuge – es ist ihr Wissen. Jahrzehnte Erfahrung darin, unter außergewöhnlichen Bedingungen zu arbeiten, Frühwarnsignale zu erkennen, zu improvisieren, wenn etwas schiefläuft. Wenn bis zu 24 Prozent Ihrer erfahrensten Mitarbeiter in Rente gehen, verlieren Sie nicht nur Köpfe – Sie verlieren das Urteilsvermögen, das kein Onboarding-Programm ersetzen kann“.
Ein Lösungsansatz gegen den Braindrain sieht das BPO-Unternehmen darin, das implizite Wissen der älteren Belegschaft bereits heute schon konsequent in definierte Prozesse und Arbeitsanweisungen zu überführen, die Kolleg:innen praktisch anwenden können. Moderne Prozessplattformen sollen nach Ansicht von Gluu die drohenden Wissenslücken schließen können, indem sie geführte Dokumentation durch die arbeitenden Menschen selbst, KI-gestützte Erstellung von Arbeitsanweisungen und klare Verantwortlichkeiten für die Wissenspflege bieten. „Fangen Sie täglich an, die Köpfe der Menschen zu entleeren und implizites Wissen in Prozesse und Arbeitsanweisungen zu überführen. Das schafft echte Resilienz“, lautet daher der Appell von Søren Pommer. (cp)



