11.05.2026 – Der Verteilnetzbetreiber Avacon hat damit begonnen, sein Hochspannungsleitungsnetz schrittweise zu digitalisieren. Zum Start des auf Jahre angelegten Vorhabens überfliegt ein Vermessungshubschrauber zuerst den Großraum Oldenburg – Bremen – Stade, um die Hochspannungsinfrastruktur des Netzbetreibers in diesem Gebiet digital zu erfassen.

Avacon nutzt für die Datenerfassung das SIEAERO-Multisensorsystem von Siemens Energy, das eine hochauflösende Multisensorik mit Künstlicher Intelligenz sowie einer softwarebasierten Plattform kombiniert. (Foto: Avacon AG)
Bis Ende des Jahres sollen noch weitere rund 3.500 Kilometer Leitungsnetz überflogen werden. Für die Aufnahmen zur Digitalisierung fliegt der Hubschrauber oberhalb und seitlich der Freileitung in einem diagonalen Abstand von etwa 20 bis 60 Metern zum höchsten Punkt der Freileitung, um die be- nötigten Daten aus einem idealen Winkel von 60 Grad zu erfassen. Unter Einsatz spezieller Sensorik von Siemens Energy, die sich am Rumpf des Helikopters befindet, werden bei der Überfliegung sowohl die Trassen als auch jeder einzelne Strommast aufgenommen, vermessen und digitalisiert.
Verbesserte Zustandsanalyse
Mit Hilfe der erfassten Daten soll eine präzisere Auswertung des Zustands der Hochspannungsinfrastruktur ermöglicht werden: So lassen sich durch die digitale Analyse auftretende Mastschäden, Verschmutzungen an Isolatoren oder notwendige Reparaturen an den Leiterseilen im Idealfall frühzeitig identifizieren.
Zudem erleichtert die dreidimensionale digitale Darstellung des Netzes die Planung von Baumaßnahmen, wie Hendrik Korporal, Projektleiter bei der Avacon Netz GmbH, erklärt: „Die Digitalisierung ist nicht nur ein Vorteil für die Instandhaltung, sondern hilft uns auch, Bauprojekte schneller und effizienter zu planen. So können wir etwa Netzanschlüsse für große Wind- und Solarparks deutlich beschleunigen – ein wichtiger Schritt zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende.“ (cp)


