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Netzentgelte: Mehr Transparenz und Konsistenz bei der Kalkulation

07.09.2022 – Die Stadtwerke Sigmaringen haben ihre Stromnetzentgelte für das Jahr 2022 erstmals per Regulierungsmanagement-Plattform kalkuliert. In der Vergangenheit hatte der kommunale Versorger dafür einen externen Dienstleister beauftragt. Dieser verarbeitete die übermittelten Zahlen zum fertigen Preisblatt. Das korrekte Ergebnis der Netzentgeltkalkulation wurde zur Freigabe vorgelegt. Jedoch seien darüberhinausgehende Details der Berechnung nicht bekannt gewesen. Zudem habe der Versorger eingeschränkte Möglichkeiten zur Einflussnahme während des Kalkulationsprozesses gehabt.

Bei der jetzt genutzten Regulierungsmanagement-Plattform befüllen die Stadtwerke Sigmaringen das Online-Tool selbst und können darüber hinaus verschiedene Varianten berechnen. Während des gesamten Prozesses werden sie von den Unternehmen, die das Portal bereitstellen, interaktiv unterstützt.

Initiatoren der mandantenbasiert bereitgestellten Plattformservices sind die regiocom SE mit ihrer Regulierungsmanagement-Software „rcRegMan“ sowie die NetzWerkStadt GmbH & Co. KG (NWS) und die IfE NetzConsult GmbH als fachliche Partner und Dienstleister. Zusammen treten sie unter dem Namen rm-Gruppe auf.

Grafik Netzentgeltkalkulation rm Gruppe

Einbettung der Netzentgeltkalkulation in den Regulierungsprozess. Grafik: rm-Gruppe

Schritt für Schritt zum konsistenten Preisblatt

Das Stadtwerk kann die für die Netzentgeltkalkulation benötigten Daten aus dem Vorjahr in dafür bereitgestellte Eingabemasken eintragen. Auf Wunsch unterstützen NWS und IfE bei diesem Prozess, wie bei den Stadtwerken Sigmaringen durch die NWS geschehen. Im zweiten Schritt folgt eine energiewirtschaftliche Plausibilisierung der Daten durch die Spezialisten von NWS oder IfE. Dann kalkuliert das System die Netzentgelte und produziert ein vorläufiges Preisblatt. Dessen Inhalte und der Kalkulationsprozess werden in einem Abstimmungsgespräch zwischen den beteiligten Unternehmen diskutiert, bewertet und verabschiedet. Bis zu diesem Zeitpunkt können bei Bedarf Anpassungen bei den Eingangsgrößen vorgenommen werden. Schließlich werden Preisblatt, Verprobung nach § 28 S.1 Nr. 3 und 4 ARegV und Berichte für die Regulierungsbehörde vom System automatisiert als Excel- bzw. PDF-Dokumente erzeugt.

Karussell-Anzeige erzeugt Übersichtlichkeit

Leonie Schröck, bei den Stadtwerken Sigmaringen im Bereich Finanzen und Controlling seit Kurzem für die Netzentgeltkalkulation zuständig, schätzt besonders Konsistenz und Transparenz des Prozesses. „Man hat alle Daten auf einer Plattform versammelt und sieht stets auf einen Blick, in welchen Bereichen die Daten schon eingetragen sind bzw. wo sie noch fehlen. Gerade für mich als Neuling in dem Thema ist es sehr hilfreich, durch die einzelnen Arbeitsschritte geführt zu werden und jederzeit über den Bearbeitungsstatus im Bilde zu sein.“ Diese Übersichtlichkeit wird im System durch eine Karussell-Anzeige der insgesamt 14 Basisparameter im Kopf hergestellt. Ob die jeweils benötigten Daten im System hinterlegt sind oder noch nicht, signalisieren die Buttons durch entsprechende Einfärbung. Zukünftig wollen auch die Stadtwerke Sigmaringen auch die Gasnetzentgelte portalbasiert kalkulieren.

rm-Gruppe will das Regulierungsmanagement digitalisieren

„Die Netzentgeltkalkulation, die wir auch auf der E-world vielen Interessenten vorgestellt haben, ist der erste Schritt zu unserem Ziel, das Regulierungsmanagement in Deutschland zu digitalisieren“, sagt Lars Plagemann, der bei regiocom als Produktmanager für die Weiterentwicklung der Regulierungsmanagementsoftware rcRegMan verantwortlich ist.

Ein nächstes Ziel der rm-Gruppe ist der Aufbau einer digitalen Aus- und Weiterbildungsplattform. Diese wird zum Beispiel zukünftig auch den „Zertifikatslehrgang Regulierungsmanagement“ in Zusammenarbeit mit der Hochschule Schmalkalden unterstützen. (ds)

www.regiocom.com
www.netzwerkstadt.info
www.ifegmbh.de