30.04.2026 – Im Forschungsprojekt SPIRIT E wurde erstmals live gezeigt, wie das bidirektionale Laden bei batterieelektrischen LKW im realen Einsatz funktionieren kann.
Bei einer Live-Demonstration Ende April 2026 zeigten das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE), MAN Truck & Bus sowie die Partner des Forschungsprojekts SPIRIT E, wie batterieelektrische LKW aktiv ins Energiesystem eingebunden werden können. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das bidirektionale Laden schwerer Elektro-LKW, das nach Angaben der Projektbeteiligten erstmals öffentlich vorgeführt wurde. Die Projektpartner wollen so neue Möglichkeiten für einen wirtschaftlicheren Betrieb von E-LKW-Flotten, eine effizientere Nutzung der Ladeinfrastruktur und zusätzliche Flexibilität im Stromsystem ausloten.
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Entwicklung eines marktlichen Aggregators, der die bidirektionalen Flexibilitäten aus E‑LKW von MAN bündelt und für unterschiedliche energiewirtschaftliche Anwendungen nutzbar machen soll. Hierzu erarbeitet das IEE ein Aggregationsleitsystem, das die Fahrzeuge über die Ladeinfrastruktur von Logistikstandorten anbindet und Flexibilitätspotenziale für eine wirtschaftliche und systemdienliche Nutzung erschließt.

Die Demonstration am Standort der Schmid Transport und Spedition GmbH in Obertraubling zeigt live die Energieflüsse des bidirektionalen Ladens: Die Rückspeisung elektrischer Energie aus E‑LKW-Batterien in einen anderen E‑LKW (Vehicle‑to‑Vehicle, V2V), in den lokalen Standort bzw. die Betriebsinfrastruktur (Vehicle‑to‑Site, V2S) und in das öffentliche Energienetz (Vehicle‑to‑Grid, V2G). (Bild: MAN Truck & Bus SE)
Energiewirtschaftliche Optimierung
Ein weiterer Aspekt des Forschungsprojekts liegt in der Übertragung von Flexibilitätsinformationen aus der Ladeinfrastruktur des Logistikstandorts in die energiewirtschaftliche Optimierung. Dabei werden auch halböffentliche Ladeangebote und Reservierungslösungen berücksichtigt, um die Nutzung der Ladeinfrastruktur im logistischen Alltag intelligent zu koordinieren. Auf dieser Basis sollen Flexibilitätspotenziale im Rahmen einer Multi‑Use-Einsatzoptimierung auf verschiedenen Marktplätzen platziert werden – mit Schwerpunkt auf Day‑Ahead- und Intraday-Märkten.
Für diese Prozesskette entwickelt das Fraunhofer IEE die Anwendung FlexPort als Verbindung zwischen dem virtuellen Kraftwerk EnergyConnect und externen Marktplattformen. Für die Vermarktung am Day‑Ahead- und Intraday-Markt wird dabei mit der Algo-Trader-Plattform Volue PowerBot einschließlich Shadow Trading zusammengearbeitet. Zudem erfolgt die Anbindung an Redispatch-Prozesse über die Crowd Balancing Platform von Equigy in Zusammenarbeit mit dem Übertragungsnetzbetreiber TenneT. (cp)


