27.01.2026 – Mercedes-Benz Trucks erprobt das Megawattladen für E-LKW auf einer rund 2.400 Kilometer langen Route quer durch Europa. Damit will der Hersteller das Megawatt Charging System (MCS) unter realen Fahr- und Ladebedingungen zu testen.
Mit der Testfahrt will der Nutzfahrzeughersteller Mercedes-Benz Trucks die Einführung des Megawatt Charging System (MCS) für schwere batterieelektrische Nutzfahrzeuge vorantreiben. Hierzu absolvieren zwei MCS-fähige Elektro-Lkw vom Typ eActros 600 einen mehrwöchigen Praxistest quer durch Europa. Die rund 2.400 Kilometer lange Testroute führt von Wörth am Rhein über die Niederlande, Belgien und Dänemark bis nach Linköping in Schweden. Ziel ist es, praxisnahe Erkenntnisse zur Ladeperformance schwerer Elektro-Lkw zu gewinnen sowie eine bestmögliche Kompatibilität zwischen Fahrzeug und den Megawatt-Ladesäulen verschiedener Hersteller sicherzustellen.

Der eActros 600 soll eine Reichweite von rund 500 Kilometern ohne Zwischenladen besitzen. (Bild: Daimler Truck AG)
Systemharmonisierung
Für das Testsetting werden die E-LKW an öffentlichen und privaten MCS-Standorten geladen, die speziell für den Lkw-Verkehr ausgelegt sind. Die Entwicklungsingenieurteams haben dabei vor allem die Ladekurven, durchschnittliche Ladeleistungen, die Performance der Ladeinfrastruktur verschiedener Hersteller sowie die Systemharmonisierung im Blick.
„Zentrale Herausforderungen beim Megawattladen liegen in der Harmonisierung von Fahrzeug und unterschiedlichen Ladesystemen. Gleichzeitig stellen die extremen Ladeströme beim MCS-Laden hohe Anforderungen an das Wärmemanagement. Die aktuelle Testfahrt bietet eine wichtige Gelegenheit, diese Aspekte unter realen Praxisbedingungen zu erproben“, erklärt Peter Ziegler, Leiter E-Charging Components bei Mercedes-Benz Trucks.
Da es in Europa aktuell nur wenige öffentlich zugängliche Megawatt-Ladestationen gibt, seien reale Fahrdaten wichtig, um den weiteren Ausbau entlang zentraler Fernverkehrsrouten zu unterstützen sowie Planungsgrundlagen für Betreiber und Energieversorger zu liefern.
Wirtschaftliche Perspektiven
Mit Ladeleistungen von bis zu 1.000 kW verspricht das Megawatt Charging System gegenüber der heute verbreiteten CCS-Technologie schnellere Ladeprozesse. Beim eActros 600 sollen die Batterien mit MCS – basierend auf internen Simulationen des Herstellers – in etwa 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen werden. Für Logistikunternehmen könnte dies ein wichtiger Faktor sein, da so die Ladezeiten besser mit den gesetzlich vorgeschriebenen Fahrerpausen kombiniert werden können. (cp)
Beitragsbild: Daimler Truck AG


