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Öffentliches Laden: Ladepreis als Hebel für Wirtschaftlichkeit

15.01.2026 – Die Ergebnisse der USCALE Public Charging Studie 2025 zeigen, dass der Preis den größten Einfluss auf die Wahl eines öffentlichen Ladepunkts hat.

Das Marktforschungsunternehmen USCALE hat gemeinsam mit elvah, Datenspezialist im Bereich des öffentlichen Lademarkts, mehr als 2.700 Fahrer:innen batterieelektrischer Fahrzeuge in Deutschland befragt. Dabei ging es darum, die Hauptfaktoren für die Ladeentscheidung an einem bestimmten Standort zu identifizieren.

Preis als wichtigster Faktor für die Ladeentscheidung

Mit einem Anteil von 30 Prozent steht der Ladepreis an erster Stelle, gefolgt von der aktuellen Auslastung (17 Prozent) und der Verfügbarkeit einer Toilette (14 Prozent). Besonders an Autobahnen habe der Preis eine hohe Priorität, in städtischen Gebieten ist der Einfluss nach Angaben der Studienerheber etwas geringer. Gerade das Laden an Einzelhandel-Standorten wurde nach elvah-Angaben generell komfortabler und attraktiver bewertet. Ein Blick auf die Marktdaten elvahs unterstreicht dieses Ergebnis: Standorte an Supermärkten in den zehn größten deutschen Städten verzeichneten im dritten Quartal 2025 etwa 66 Prozent mehr Ladevorgänge als urbane Standorte ohne Supermarktnähe.

Preisvergleich und Rabattaktionen gewinnen an Bedeutung

Inzwischen bieten nach Angaben von elvah sowohl klassische Navigationssysteme als auch Preisvergleichs-Apps gute Konzepte für die Ladeplanung. Der günstigste Anbieterpreis an einer Ladesäule rücke daher zunehmend in den Vordergrund bei der Routenplanung. Zwei Drittel der befragten Fahrer:innen kennen entsprechende Angebote, knapp die Hälfte davon nutzt sie aktiv.

Vergleich des Nutzungsniveaus aller teilnehmenden Standorte vor, während und nach der Kampagne von Netto und Vattenfall, jeweils über einen Zeitraum von zwei Wochen. (Bild: elvah)

Vergleich des Nutzungsniveaus aller teilnehmenden Standorte vor, während und nach der Kampagne von Netto und Vattenfall, jeweils über einen Zeitraum von zwei Wochen. (Bild: elvah)

Der Zusammenhang zwischen Rabattaktionen und einer gesteigerten Zahl von Ladevorgängen belegt elvah mit Rabattkampagnen aus der Praxis. Unter anderem senkte Vattenfall Anfang September 2025 an allen DC-Ladestationen bei mehr als 150 Netto-Filialen anlässlich des 35-jährigen Jubiläums den Preis auf 35 Cent pro kWh. Vor dem zweiwöchigen Kampagnenstart lag der Durchschnittswert der Ladevorgänge pro Tag und Standort nur bei 2,6 – während des Kampagnenzeitraums deutlich höher bei 7,3. Nach dem Ende der Kampagne lag der Wert mit 3,6 ebenfalls noch über dem Wert vor der Kampagne. Die Gesamtzahl der Ladevorgänge stieg im Kampagnenzeitraum um 42 Prozent. Besonders geringer frequentierte Standorte profitierten dabei von einem deutlichen Anstieg der Ladevorgänge.

Wirkung über den Rabattzeitraum hinaus

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der TEAG-Kampagne „39 für 39“, als der Preis an den 39 High-Power-Charging-Standorten auf 39 Cent pro kWh gesenkt wurde. Während des 39-tägigen Kampagnenzeitraums stieg die durchschnittliche Anzahl der Ladevorgänge pro Tag und Standort auf 5,7 (vorher: 4,1). Auch nach dem Kampagnenzeitraum blieben die Ladevorgänge auf dem hohen Niveau und lagen mit 5,8 sogar leicht über dem Mittelwert der Kampagne.

„Preis entfaltet seine Wirkung nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Standorttyp, Wettbewerb, Markenimage und dem wahrgenommenen Ladeerlebnis“, betonen USCALE und elvah. Die Preisimpulse wirken in verschiedenen Umfeldern unterschiedlich. Teilweise profitieren zuvor geringer frequentierte Standorte, in anderen Fällen sind es etablierte Standorte. Die Studienentwickler schließen mit der Erkenntnis ab, dass der Ladepreis längst mehr als ein Kostenfaktor ist. Er könne als strategischer Hebel für Auslastung und Wirtschaftlichkeit öffentlicher Ladeinfrastruktur wirken. (cst)

Hier können Sie das Whitepaper kostenlos downloaden

www.elvah.de

www.uscale.digital

(Quelle Beitragsbild: frimufilms / stock.adobe.com)