08.05.2026 – Für die besonderen Anforderungen bei Schnellladevorgängen hat die DZG Metering GmbH eine DC-Zählerserie mit hoher Messgenauigkeit entwickelt.

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Die Zahl der Schnellladepunkte in Deutschland wächst rasant: Rund 1.000 DC-/HPC-Lader werden nach Einschätzung von Experten monatlich zugebaut, im Februar 2026 standen deutschlandweit knapp 50.000 Schnelladepunkte zur Verfügung – 33,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Doch die für die Abrechnung notwendige präzise DC-Messung in Schnellladestationen war lange Zeit ein schwieriges Unterfangen. Die Hauptherausforderung lag darin, die tatsächlich im Fahrzeug geladene Energiemenge exakt erfassen und abrechnen zu können. Verfügbar waren lediglich Wechselstromzähler, die in DC-Ladesäulen nur auf der Wechselstromseite vor dem Gleichrichter messen konnten. Die Folge waren Einbußen bei der Messpräzision – eine eichrechtskonforme Abrechnung war auf diese Weise nicht möglich. Zudem fehlte es mit Ausnahme der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) an weiteren Zulassungsstellen für die präzise und eichrechtskonforme DC-Messung und -Abrechnung.
Hohe Messgenauigkeit

Die DZG Metering hat mit dem GSH01 einen der ersten eichrechtskonformen Gleichstromzähler für den Einsatz in E-Ladesäulen entwickelt. (Foto: Deutsche Zählergesellschaft (DZG) Oranienburg mbH)
Die Deutsche Zählergesellschaft DZG entgegnet dieser Marktlücke bei Präzision und Transparenz mit der Entwicklung eigener eichrechtskonformer Gleichstromzähler. Der DC-Zähler GSH01 der Serie GSH erfüllt dabei die Anforderungen, die tatsächlich im Fahrzeug geladene Energiemenge exakt erfassen und abrechnen zu können. Alle GSH-Produkte sind nach DZG-Angaben nach dem Eichgesetz (MessEG), der MessEV sowie der europäischen MID-Richtlinie 2014/32/ EU zugelassen. Ein weiteres Merkmal ist der hohe Standard bei der Messgenauigkeit: Die Modelle entsprechen den Vorgaben der Genauigkeitsklasse C (±0,5 %) – somit arbeiten die Geräte doppelt so präzise wie viele vergleichbare Produkte der Klasse B. „Bereits seit 2019 entwickeln wir kompakte, eichrechtskonforme Zähler für die Ladeinfrastruktur. Dass wir dabei auf unsere eigene Produktion setzen, ist entscheidend – nur so können wir einen hohen Qualitätsstandard und Normeneinhaltung garantieren“, sagt Michael Zintl, Geschäftsführer der DZG Metering GmbH.
Zähler für diverse Anwendungsfälle
DIE DZG führt in ihrem Produktportfolio weitere Gleichstromzähler, wie das Modell GSH4020. Es eignet sich nach Herstellerangaben vor allem für Schnellladesäulen mit kleinem Bauvolumen.
Mit einer Baugröße von vier Teilungseinheiten (TE) – eine Teilungseinheit entspricht einer Breite von 18 Millimetern – sei das Modell die kompakteste und eichrechtkonformste Lösung seiner Klasse. Die Ausführung GSH6080 mit einer Baugröße von 6 TE ist für den Einsatz in Ladeparks und Flotten mit höherem Leistungsbedarf konstruiert. Sie deckt einen Spannungsbereich bis 1.000 Volt ab und ist für Stromstärken bis 800 Ampere ausgelegt. Die integrierte Leistungsverlustkompensation oder die Vierdraht-Messung gleichen Energieverluste vom Zähler zum Auto-Abgabepunkt aus. Bei der Vierdraht-Messung wird die Spannung direkt am Ladepunkt des Fahrzeugs gemessen, um die tatsächliche erhaltene Energie messtechnisch zu erfassen.

Bei Bedarf kann ein externes Display an den Stromzähler GSH4020 angeschlossen werden. (Foto: Deutsche Zählergesellschaft (DZG) Oranienburg mbH)
Die Variante GSH6225 ist für das Schnellladen von schweren Nutzfahrzeugen, Bussen etc. entwickelt worden und deckt Spannungen bis 1.500 Volt beziehungsweise Stromstärken bis 1.500 Ampere ab. Als Erweiterung zu den Drei- und Vierdraht-Messungen besteht in diesem Fall zudem die Möglichkeit einer Fünfdraht-Messung. Bei diesem Verfahren wird die Spannung am Zähler in der Ladesäule und darüber hinaus direkt am Abgabepunkt des Ladepunkts gemessen. So werden zudem Verluste über die Abgabestrecke vom Zähler bis zum Abgabepunkt miterfasst.
Stets auf dem neuesten Stand
Die Produkte der GSH-Serie unterstützen das Open Charge Metering Format (OCMF) mit digitalen Signaturen. Das OCMF ist kompatibel mit der S.A.F.E. Transparenzsoftware und ermöglicht die transparente und eichrechtskonforme Abrechnung. Die GSH-Produkte besitzen einen internen Speicher mit bis zu 300.000 Ladevorgängen. Zeitstempel und Signatur gewährleisten nach Angaben der DZG jederzeit, alle Transaktionen zuverlässig nachzuvollziehen.
Außerdem besteht die Möglichkeit, Remote-Updates der Firmware direkt über die Ladesäule zu installieren. PTB- und eichrechtskonforme Softwareaktualisierungen können so ohne Ausbau oder Unterbrechung des Ladebetriebs durchgeführt werden. Optional anschließbare externe Displays stellen sicher, dass die gesetzliche Vorgabe der Ablesbarkeit durch den Endkunden eingehalten wird – auch dann, wenn das eigentliche Display am Zähler selbst nicht sichtbar montiert werden kann. Die Geräte können sowohl auf Hut- als auch auf Stromschienen montiert werden. Sie kommunizieren über Schnittstellen wie RJ12/RS485 direkt mit dem Ladekontroller und können mithilfe des REST-API-Ansatzes der DZG in bestehende Systeme integriert werden. Die Messdatenabfrage erfolgt über Protokolle wie Modbus RTU oder SLIP.

Das Unternehmen betreibt die erste eichrechtskonforme Prüfstelle für DC-Zähler bis 1.000 A in Deutschland. (Foto: Deutsche Zählergesellschaft (DZG) Oranienburg mbH)
Vorreiter in der DC-Prüfung
Für die inhouse-Prüfung seiner DC-Zählermodelle betreibt die DZG am Standort Oranienburg die Prüfstelle EBB1, die durch das Landesamt für Mess- und Eichwesen Berlin-Brandenburg zertifiziert ist. Es ist die erste eichrechtskonforme Prüfstelle in Deutschland für DC-Zähler bis zu 1.000 Ampere. Mit mehr als fünf Jahren Erfahrung in Zulassungsprozessen für E-Ladesäulen unterstützt DZG auch Hersteller und Betreiber bei der erfolgreichen Umsetzung eichrechtskonformer Ladelösungen. „Gerade die Begleitung von Zulassungsprozessen zeigt, wie wichtig praxisnahe Lösungen sind – diesen Anspruch setzen wir direkt in unseren Produkten um“, betont Michael Zintl. (cst)


