07.01.2026 – Der Windpark Gomadingen erreicht die nächste Projektphase: Im Januar und Februar 2026 werden die großen Bauteile der fünf Windenergieanlagen angeliefert.

Der Windpark Gomadingen soll ab Frühjahr 2026 planmäßig bis zu 31 MW Strom erzeugen. (Bild: RES Group, Markus Völter)
Der Windpark ist ein Projekt des Erneuerbare-Energien-Unternehmens RES. Um die Einschränkungen für den Verkehr möglichst gering zu halten, finden die Transporte überwiegend nachts statt. Das Unternehmen bringt die 80 Meter langen Rotorblätter zunächst an einen Umladeplatz. Dort lagern sie, bis sie auf der Baustelle gebraucht werden. Die weiteren Bauteile – Turmsegmente, Nabe, Maschinenhaus, Triebstrang – gelangen nachts direkt auf die Baustelle. Die fünf Windenergieanlagen werden künftig Strom für rechnerisch 21.500 Haushalte erzeugen.
Transport und Logistik
„Die Anlieferung der großen Bauteile ist ein Vorhaben, das in der Planung und Durchführung herausfordernd ist, gleichzeitig auch mit Spannung verfolgt wird: Jetzt wird das Windprojekt erstmals richtig sichtbar. Auch Ortsansässige sind oft fasziniert von der Anlieferung der beeindruckenden Rotorblätter“, berichtet Sven Teiwes, Projektleiter Bau bei RES. Während die Turmteile, die Maschinenhäuser, die Naben und andere schwere Komponenten nachts direkt zur Baustelle im Bereich Gomadingen-Eichberg transportiert werden, ist die Anlieferung der insgesamt 15 großen Rotorblätter etwas kniffliger. RES lässt sie nachts zum Zwischenlager am Albgut Münsingen bringen. Von dort gelangen die Blätter einzeln mit einem Selbstfahrer zur Baustelle an die vorgesehenen Lagerflächen. Der Blattsatz einer Anlage wird sogar just in time angeliefert: Die Rotorblätter werden direkt vom Transportfahrzeug mit dem Kran aufgenommen und unmittelbar an der Windenergieanlage montiert. Voraussetzung dafür sind geeignete Witterungsbedingungen. Dieser Transport findet tagsüber statt.
„Aufgrund der teilweise engen Ortsdurchfahrten und Kurven werden die Rotoren einzeln auf ein selbstfahrendes Fahrzeug geladen und per Fernsteuerung gesteuert. Mit diesem lassen sich die Rotorblätter je nach Ausführung auf bis zu 60 Grad aufstellen und anschließend wieder waagrecht absenken. Sie lassen sich präzise manövrieren, haben einen geringeren Flächenbedarf beim Transport und eignen sich auch für unebene Wege und bei starken Steigungen“, erläutert Sven Teiwes und ergänzt: „So lassen sich enge Ortsdurchfahrten sicher passieren und die Aufwände für Infrastrukturmaßnahmen minimieren. Dadurch können wir den Transport zügig und gleichzeitig mit hoher Sicherheit durchführen.“
Der Windpark Gomadingen
RES hatte sich bereits im März 2025 den Netzanschlusspunkt für das Projekt gesichert. Für die erwartete Strommenge von rund 65 Millionen Kilowattstunden pro Jahr ist ein eigenes Umspannwerk im Gewann Jägertal entstanden, das von der nächstgelegenen Wohnbebauung aus nicht wahrnehmbar ist.. Es geht parallel zum Beginn der Anlieferung der Großkomponenten in Betrieb und speist den künftig erzeugten Strom in das Hochspannungsnetz ein.
Im Mai 2025 wurden die maximal 2,90 Meter hohen Fundamente auf dem tragfähigem Kalkgestein gegossen. Im September folgte der Bau der unteren Turmhälften aus Stahlbetonsegmenten bis zu einer Höhe von 92 Metern. Mit der Anlieferung der großen Bauteile im Januar und Februar 2026 ist alles bereit für den Aufbau der Windenergieanlagen. RES plant, bis Ende Februar die Anlieferung aller großen Bauteile abgeschlossen zu haben. Danach beginnt der Aufbau und die Montage der Großkomponenten. Im Frühjahr 2026 sollen die Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 31 Megawatt planmäßig in Betrieb gehen. Der Standort des Windparks ist nach Angaben von RES gut gewählt: Er verspricht aufgrund seiner Windverhältnisse hohe Ertragspotenziale und ist für die Zufahrt gut erschlossen. (pq)


