Handbuch für Schwimmer 

16.07.2025 –  Ein neuer Leitfaden des Fraunhofer ISE informiert über Floating PV.  Eingeflossen sind die Erkenntnisse aus den Forschungsprojekten PV2Float und FPV4Resilience. Der Leitfaden richtet sich an Kommunen, Unternehmen, Stadtwerke, und EVU.  

Floating-PV-Anlage auf einem Baggersee bei Renchen/Baden mit einer Leistung von knapp 750 kWp. (Bild: Fraunhofer ISE)

Floating PV-Anlagen, die auf künstlichen Gewässern wie Bagger- und Stauseen installiert werden, haben in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. Die installierte Gesamtleistung stieg von 10 Megawatt im Jahr 2014 auf über 7,7 Gigawatt im Jahr 2023. Die Technologie ermöglicht nicht nur eine effiziente Nutzung von Wasserflächen, sondern trägt auch zur Reduzierung des Flächenbedarfs an Land bei, was besonders in dicht besiedelten Regionen von Vorteil ist. Schätzungen zufolge könnte die installierbare Leistung bei einer Flächenabdeckung von 15 Prozent zwischen 13,7 und 19,1 Gigawatt liegen.  

Potenzial der Technologie 

Besonders vielversprechend für schwimmende PV-Anlagen erscheinen zum einen industriell genutzte Gewässer, wie Kies- und Baggerseen, da hier der solare Strom direkt zur Dekarbonisierung der Industrie beiträgt. Betrachtet man insbesondere die Umweltverträglichkeit, hat zum anderen die Nachnutzung vormals industriell genutzter Flächen wie stillgelegte, geflutete Tagebauseen ein hohes Potenzial. 

Technologie, Recht, Nachhaltigkeit 

Der neue Leitfaden des Fraunhofer ISE will zusammenhängend über das Thema informieren und Hintergrund für konkrete Projekte liefern. Interessierte finden dort einen Überblick über die Technologie und deren Potenziale sowie die technischen Komponenten von Floating PV-Anlagen, einschließlich Unterkonstruktionen, PV-Modulen und Wechselrichtern. Darüber hinaus werden neue Ansätze zur Optimierung der Energieerzeugung und zur Minimierung ökologischer Auswirkungen vorgestellt. 

“Neben den technologischen Entwicklungen vermittelt der Leitfaden aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen und beantwortet auch Fragen zur Wirtschaftlichkeit von Floating PV-Projekten“, ergänzt Karolina Baltins, Gruppenleiterin für PV-Kraftwerke am Fraunhofer ISE. Um die Nachhaltigkeit der neuen Technologie ganzheitlich zu bewerten, umfasst die Analyse zudem ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte. (pq) 

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