23.05.2025 – Mit über 500.000 Euro aus Fördermitteln treibt Alzey den Ausbau kommunaler Solarenergie voran – und zeigt, wie Klimaschutz wirtschaftlich sein kann.
Die Stadt Alzey setzt beim Klimaschutz zunehmend auf eigene Photovoltaikanlagen. Während zunächst hauptsächlich Dachflächen an Energiegenossenschaften verpachtet wurden, verfolgt die Verwaltung inzwischen das Ziel, bis 2026 selbst über 350 kWp PV-Leistung auf kommunalen Gebäuden zu installieren. Möglich wird das auch durch Fördermittel aus dem KIPKI-Programm des Landes Rheinland-Pfalz.
Systematische Planung auf Basis von Verbrauch und Potenzial
Die Grundlage für den strategischen Ausbau wurde durch Klimaschutzmanager Marcel Klotz gelegt. Er analysierte systematisch den Stromverbrauch aller städtischen Gebäude und kombinierte diese Daten mit dem Solarpotenzial aus dem Solarkataster Rheinland-Pfalz. So entstand eine Prioritätenliste für die Umsetzung – basierend auf Wirtschaftlichkeit, baulichen Voraussetzungen und der maximal möglichen Anlagenleistung.
Bei der Auswahl geeigneter Dächer mussten viele Faktoren berücksichtigt werden: vom Denkmalschutz über die Statik bis hin zur Anschlussleistung beim Netzbetreiber. Wo nötig, wurden einvernehmliche Lösungen mit der Denkmalpflege gefunden – etwa durch die Verwendung schwarzer Solarmodule oder symmetrische Anordnungen.
Eigene Ausschreibungen zahlen sich aus
Mit wachsender Erfahrung hat die Stadtverwaltung beschlossen, PV-Projekte selbst auszuschreiben. Dabei wurden nicht nur Preis, sondern auch Servicequalität bewertet – etwa ob eine Störungsbeseitigung innerhalb von drei Werktagen gewährleistet werden kann. Das Resultat: zehn Bieter pro Verfahren im Schnitt und Preise oft deutlich unter den ursprünglichen Schätzungen.
Ein entscheidender finanzieller Vorteil: Der seit 2023 geltende Nullsteuersatz für die Lieferung und den Einbau von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden. Dadurch konnte Alzey rund 19 Prozent der Kosten sparen – in Summe ein Betrag im niedrigen sechsstelligen Bereich.
Modellprojekt zur Stromverteilung
Eine Besonderheit der Ausschreibungen war eine mit der EWR AG abgestimmte Software, die es der Stadt Alzey und ihrem Dienstleister EWR ermöglicht, das Strombilanzkreismodell anzuwenden. Damit kann z. B. die PV-Anlage auf dem Rathaus bilanziell auch das benachbarte Museum mitversorgen – selbst wenn dieses keine eigene Anlage hat. Das erhöht den Eigenverbrauchsanteil und verbessert die Wirtschaftlichkeit.
Die Einsparungen, auch durch das KIPKI-Förderprogramm, sollen laut Stadtratsbeschluss in weitere Projekte fließen – etwa für Wärmepumpen oder zusätzliche Erneuerbare-Energien-Vorhaben.
Bürgermeister Steffen Jung sieht in den Photovoltaikprojekten einen Wendepunkt:
„Der Ausbau der Photovoltaik zeigt deutlich, wie wirtschaftlich Klimaschutz sein kann. Ich bin sehr froh, dass unser Klimaschutzmanager zusammen mit dem Gebäudemanagement diese Projekte so konsequent umsetzt.“ (pms)



