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Mehr Steckersolargeräte als gedacht

03.03.2022 – Im Auftrag der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat EUPD Research eine Umfrage unter den Anbietern von Steckersolargeräten durchgeführt. Die Ergebnisse erlauben erstmals eine Hochrechnung des Marktvolumens. In den Jahren 2020 und 2021 wurden demnach bis zu 128.000 Steckersolargeräte mit einer Leistung von bis zu 51 Megawatt verkauft. Zusammen mit den etwa 62.000 zuvor verkauften Geräte ergebe eine Gesamtzahl von rund 190.000. Alle bisher in Deutschland verkauften Steckersolargeräte erreichen eine Leistung von bis zu 66 Megawatt.

Stecksolargeraet Balkon

Solarmodule eines Steckersolargeräts an einem Balkongeländer. Foto: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. / Jörg Sutter

Steckersolargeräte mit einer Leistung von weniger als einem Kilowatt sind bisher eher ein Nischenmarkt der Solarenergie. Dennoch gibt es immer mehr dieser kleinen Photovoltaik-Systeme, die eine einfache Handhabung bei der Montage und Nutzung versprechen. Erstmals wurden in einer Marktstudie Daten zur Anbieter-, Markt- und Absatzstruktur erhoben. An der Umfrage haben 58 von 156 in Deutschland aktiven Anbieter von Steckersolargeräten teilgenommen.

Der Markt zeigt ein buntes Bild kleiner und großer Anbieter. Darunter sind sowohl zahlreiche junge Unternehmen wie auch etablierte Anbieter von Photovoltaikzubehör. Dabei werde der Großteil der Geräte direkt an die Endnutzer:innen verkauft. Absatzwege über die Handelsketten werden bisher dagegen noch kaum genutzt.

Grafik Absatz Stecksolargeraete

Diagramm zur Marktstudie von Steckersolargeräten in Deutschland. Grafik: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. ; Quelle: EuPD Research Sustainable Management GmbH/Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Mieter:innen werden bislang nur schwer erreicht

Obwohl das Ergebnis der Studie zur Gesamtzahl an Steckersolargeräten im oberen Bereich der bisherigen Schätzungen liegt, gebe es dringenden Handlungsbedarf. Noch immer gebe es Streit über den normkonformen Anschluss und den Forderungen der Netzbetreiber. Zudem seien die Meldeprozesse sind für Steckersolargeräte zu komplex. Nur zehn bis zwanzig Prozent würden demnach überhaupt angemeldet.

Dass aufgrund bestehender Hürden gerade die aussichtsreichsten Anwendungsfälle wie Balkone und Terrassen in Mehrfamilienhäusern noch kaum erschlossen werden, zeigt ein anderes Ergebnis der Studie, wonach nur jedes dritte Steckersolargerät auf Balkonen montiert werde. Die Hälfte der Geräte wird mit einer Aufständerung auf das Flachdach oder in den Garten gestellt. (ds)

www.verbraucherzentrale.nrw
www.htw-berlin.de