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Rohstoffversorgung in Gefahr?

17.02.2026 – Die Versorgung mit den notwendigen Rohstoffen für Erneuerbare Energien und Batterien kann bis 2030 wohl nicht gesichert werden – so der Europäische Rechnungshof. 

Bild: NurulAhlakulKarimah/stock.adobe.com (KI generiert)

Die EU hat Schwierigkeiten, die Versorgung mit den für die Energie- und Klimaziele notwendigen Rohstoffen sicherzustellen. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des Europäischen Rechnungshofs hervor. Bisherige Schritte der EU zur Diversifizierung der Einfuhren führten demnach nicht zu greifbaren Ergebnissen, Engpässe hemmten die heimische Produktion, und das Recycling stecke noch in den Kinderschuhen. Angesichts dessen halten es die Prüfer für unwahrscheinlich, dass viele EU-geförderte Projekte noch im geplanten Zeitrahmen erfolgreich umgesetzt werden können. 

Für Batterien, Windturbinen und Solarpaneelen sind Rohstoffe wie Lithium, Nickel, Kobalt, Kupfer und seltene Erden erforderlich. Diese sind derzeit entweder nur in einem einzigen oder in einer Handvoll Nicht-EU-Ländern wie China, der Türkei und Chile vorhanden. „Ohne kritische Rohstoffe wird es keine Energiewende, keine Wettbewerbsfähigkeit und keine strategische Autonomie geben. Leider sind wir bei der Versorgung mit diesen Rohstoffen heute in gefährlicher Weise von einer Handvoll Ländern außerhalb der EU abhängig“, so Keit Pentus-Rosimannus, die als Mitglied des Rechnungshofs für die Prüfung zuständig war. „Daher ist es für die EU entscheidend, sich stärker ins Zeug zu legen und ihre Verwundbarkeit auf diesem Gebiet zu verringern.“ Eine sichere Versorgung, so die Prüfer, könne durch diversifizierte Einfuhren, eine Steigerung der heimischen Produktion und durch Recycling erreicht werden. 

Hierzu hat die EU 2024 eine Verordnung zu sogenannten kritischen Rohstoffen verabschiedet. Sie soll die langfristige Versorgung mit 26 Rohstoffen sichern, die für die Energiewende als unverzichtbar eingestuft werden. Dort seien jedoch – so der Rechnungshof – nur unverbindliche Ziele bis 2030 festgelegt worden. Diese würden außerdem nur für einige wenige Rohstoffe gelten, die aufgrund ihrer großen wirtschaftlichen Bedeutung und der Versorgungsrisiken als „strategisch“ eingestuft wurden. Auch für die Umsetzung gibt es schlechte Noten.  

Importe unsicher 

So hätten die Bemühungen um eine Diversifizierung der Einfuhren hätten noch nicht zu greifbaren Ergebnissen geführt. So habe die EU in den letzten fünf Jahren 14 strategische Rohstoffpartnerschaften unterzeichnet, sieben davon mit Ländern mit als wenig verlässlich geltenden Regierungen. Die Einfuhren aus diesen Partnerländern seien zwischen 2020 und 2024 bei rund der Hälfte der untersuchten Rohstoffe zurückgegangen. Andere Initiativen der EU lägen derzeit auf Eis, etwa die Verhandlungen mit den USA (2024 ausgesetzt), oder und das Mercosur-Abkommen (mit den an kritischen Rohstoffen reichen Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay). 

Recycling mangelhaft 

In der Verordnung zu kritischen Rohstoffen ist außerdem festgelegt, dass bis 2030 mindestens 25 Prozent der strategischen Rohstoffe in der EU aus Recyclingquellen stammen sollten. Doch auch hier sehen die Prüfer Probleme: Bei sieben von 26 Rohstoffen, die für die Energiewende benötigt werden, lägen die Recyclingquoten derzeit zwischen einem und fünf Prozent. Zehn Rohstoffe würden überhaupt nicht wiederaufbereitet. Darüber hinaus handele es sich bei den meisten Recyclingzielen der EU nicht um spezifische Vorgaben für einzelne Rohstoffe. Daher schafften sie nach Einschätzung der Prüfer keine Anreize für das Recycling einzelner Materialien – insbesondere solcher, die schwerer wiederzugewinnen seien, wie seltene Erden aus Elektromotoren oder Palladium aus Elektronikgeräten. Auch förderten sie nicht die Nutzung recycelter Rohstoffe. Die Prüfer betonen, dass die europäischen Recyclingunternehmen unter hohen Verarbeitungskosten, geringen verfügbaren Mengen sowie unter technologischen und regulatorischen Hindernissen leiden, was ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtige. 

Eigene Rohstoffquellen ungenutzt 

Die EU will auch vermehrt strategische Rohstoffe in der EU fördern und so 10 Prozent ihres Verbrauchs decken. Faktisch sei die Erkundung von Rohstoffen jedoch unterentwickelt. Und selbst wenn neue Vorkommen gefunden würden, könne es bis zu 20 Jahre dauern, bis ein Bergbauprojekt in der EU in Betrieb genommen werde. Ein konkreter Beitrag bis 2030 sei daher nur schwer vorstellbar. Außerdem würden trotz des Ziels, bis zum Ende des Jahrzehnts 40 Prozent der in der EU verbrauchten strategischen Rohstoffe auch innerhalb der EU zu verarbeiten, entsprechende Anlagen stillgelegt. Dies sei zum Teil auf die hohen Energiekosten zurückzuführen, die sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirkten. Die Warnung der Prüfer: Die EU könnte in einen Teufelskreis geraten, in dem eine mangelnde Versorgung mit Rohstoffen den Ausbau der Verarbeitung hemmt, was wiederum den Anreiz zur Sicherung der Versorgung verringert. (pq) 

www.eca.europa.eu