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Second Life-Batterien: Reihenschaltung im ETA-Verfahren

16.03.2022 – Zellen unterschiedlicher Hersteller, unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Nominalkapazität in Reihe geschaltet in Betrieb nehmen – mit dem neuen Ladeverfahren ETA-Leveling ist es laut Benning CMS Technology möglich, die Zellen aus beispielsweise als defekt deklarierten Stromspeicher-Modulen weiterzuverwenden oder umzunutzen. Das Unternehmen hat sich auf die Neuentwicklung von Leistungselektronik und Ladeverfahren von Batteriesystemen spezialisiert.

ETA-Leveling wird vom Entwickler-Team als disruptiv bezeichnet, weil es als bisher einziges Ladeverfahren am Wirkungsgrad ansetze. Dieser Vorgang dauere wenige Stunden. Anschließend lasse sich die zusammengewürfelte „Patchwork-Batterie“ problemlos und dauerhaft betreiben.

Durch eine Wirkungsgrad-Korrektur wird dabei jede einzelne Zelle beim Laden so behandelt, als befinde sie sich in einer Einzel-Zellanwendung. Damit sei widerlegt, dass Zellen innerhalb eines Batterie-Blocks möglichst identisch sein müssen und schon kleinere Unterschiede den Betrieb erschweren oder ganz verhindern.

Second Life Batterien CMS Technology Web

Zellen unterschiedlicher Hersteller können mit dem neuen Ladeverfahren ETA-Leveling in Reihe geschaltet in Betrieb genommen werden. Foto: Benning CMS Technology GmbH

Recycelt wird nur noch, was wirklich defekt ist

In Anbetracht der großen Mengen aussortierter Batterie-Module, die bei vielen Stromspeicher-Herstellern bereits jetzt auf Halde liegen und in den nächsten Jahren aus dem Rücklauf noch hinzukommen werden, sei der Bedarf für das neue Ladeverfahren entsprechend groß. Denn je nach Anwendung, aus der sie stammen, verfügen sie noch über bis zu 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität.

Auf ihre IST-Kapazität kommen die Module aufgrund einzelner, vorzeitig gealterter Zellen, die zu einer Schieflage im Block führen und damit den eigentlichen Defekt verursachen. Da also die schwächste Zelle innerhalb eines Moduls dessen Gesamtkapazität bestimmt, sind erfahrungsgemäß die meisten Zellen innerhalb der aussortierten Batterieblöcke in brauchbarem Zustand. „Hersteller, Alter, Nominalkapazität, Zellchemie – das ist völlig egal. Wir erkennen beim Leveling auch, welche Zellen von ihren Kapazitäten her einigermaßen sinnvoll zusammenpassen. Die kombinieren wir dann entsprechend – und heraus kommt ein einwandfrei und dauerhaft funktionierender Batterie-Block“, erklärt Frederik Fuchs, Geschäftsführer von Benning CMS Technology. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten für die Wiederverwendung aussortierter Batterie-Module, z.B. die Umwidmung (Repurposing) oder die Aufbereitung in unterschiedlicher Tiefe (Refurbishment, Reconditioning, Remanufacturing).

ETA-Leveling kann seit Kurzem per Lizenz erworben werden und lässt sich ohne Hardware-Änderung für Batterie-Blöcke aller Art verwenden. (ds)

www.cms-technology.de