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Solaranlage auch ohne Dach

11.10.2023 – Viele Haushalte in Deutschland können keine eigene Solaranlage installieren. Das innovative Angebot von RemoteSolar ermöglicht es, trotzdem eigenen Solarstrom zu produzieren und zu nutzen.

Foto: Jenson / shutterstock.com

Eine ungünstige Dachform, fehlende finanzielle Mittel oder schlicht ein Vermieter, der keine PV-Anlage installieren möchte – nicht jeder Haushalt in Deutschland hat die Möglichkeit, Strom vom eigenen Dach zu nutzen. Wer trotzdem Ökostrom nutzen möchte, kann diesen natürlich von seinem Energieversorger und Stadtwerken beziehen – zu den jeweils geltenden Tarifen und ohne Möglichkeit, den Eigenverbrauch etwa durch Batteriespeicher oder Lastverschiebung zu optimieren. Keine gleichwertige Alternative, dachte sich auch RemoteSolar-Gründer und -Geschäftsführer Michael Schmitz, als sich herausstellte, dass die Realisierung einer eigenen Solaranlage auf der eigenen Doppelhaushälfte aufgrund der ungünstigen Dachausrichtung nicht möglich sein würde. „70 Prozent der Menschen haben kein Dach und nur jedes fünfte Dach eignet sich für eine Solaranlage. Selbst wenn man zu den Glücklichen gehört, sind die Investitionskosten hoch und die Elektrofachbetriebe für die Montage ausgebucht“, sagt Schmitz rückblickend. „Ich dachte mir also: Wenn die Solarmodule an sich doch gar nicht so teuer sind, dann kann ich diese einfach auf eine grüne Wiese legen anstatt auf mein Dach.“ So entstand RemoteSolar.

PPA für Endverbraucher:innen

Das Prinzip ist einfach und doch eine Innovation auf dem Markt. Die Kund:innen mieten eine Solaranlage mit der gewünschten Leistung und Batteriespeicherkapazität für eine Laufzeit von 20 Jahren. Die gepachteten Solarmodule stehen in unterschiedlichen deutschen Solarparks und können über Seriennummern den jeweiligen Mieter:innen zugeordnet werden. Sobald die gemietete Anlage Strom produziert, wird dieser für einen Cent pro kWh zuzüglich Netzentgelten und Gebühren geliefert. Bei einer 10kWp Solaranlage mit einem 5kWh Energiespeicher ergibt sich nach Berechnungen von RemoteSolar ein Bruttostrompreis von 0,24 Euro pro kWh – die Anlagenmiete ist dabei bereits berücksichtigt.

Energiewirtschaftlich betrachtet, agiert RemoteSolar also sowohl als Stromproduzent, der Energie erzeugt und über das Netz einspeist, als auch als Lieferant mit allen energiewirtschaftlichen Pflichten. Der „Kraftwerkspark“, aus dem die Kunden beliefert werden, besteht allerdings ausschließlich aus den verpachteten Solaranlagen. „Das Konzept ist im Prinzip ein Consumer-PPA“, erklärt Michael Schmitz. PPAs (Power Purchase Agreements) sind Verträge zwischen einem Abnehmer und einem Erzeuger erneuerbarer Energien.

Speicher, RemoteCloud und Ersatzstrombeschaffung

Die RemoteSolar-App bietet einen Überblick und ermöglicht eine individuelle Steuerung der gewonnenen Solarenergie. (Foto: RemoteSolar GmbH)

Gleichzeitig will RemoteSolar den Kund:innen auch alle weiteren Mehrwerte rund um den selbsterzeugten Strom bieten. Überschüssiger Strom wird zunächst lokal in einem Batteriespeicher aufgefangen und kann später entweder für den eigenen Verbrauch genutzt oder über den gemeinschaftlichen Batteriespeicher, die sogenannte RemoteCloud, mit anderen Verbraucher:innen geteilt werden, deren eigener Strom bereits verbraucht ist. Der Strom aus der RemoteCloud ist zu einem Festpreis von 25 Cent pro kWh abrufbar. Sollte das nicht ausreichen, beschafft RemoteCloud den Strom auf dem Spotmarkt zu den dann gültigen Preisen. „Genauso, wie es bei einer PV-Anlage auf dem eigenen Dach idealerweise auch ablaufen würde“, resümiert Schmitz.

Grundlage der Abrechnung ist eine Echtzeitmessung sowohl der eingespeisten Energie als auch der Abnahmemengen. Dazu erhalten die Kund:innen ein intelligentes Messsystem, über das Remote-Solar als passiver EMT (externer Marktteilnehmer) die exakten Verbräuche ablesen kann.

Überblick in der App

In der RemoteSolar-App erhalten die Verbraucher:innen einen transparenten Überblick über die eigenen Anlagen. „In der App kann man der Anlage sogar einen Namen geben und genaustens sehen, wie es der ‚sonnigen Sonja‘ geht und wie viel Strom sie heute schon produziert hat“, berichtet Michael Schmitz. Auch die Echtzeitdaten zu Einspeisung und Verbrauch können dort abgerufen sowie die Autonomie und Effizienz des eigenen Haushalts berechnet werden.

Auch der erzeugte Überschussstrom wird in der App erfasst und daraus die eingesparten Pachtkosten berechnet. Diese werden zusammen mit der gebuchten Modul- und Speicherleistung live angezeigt und mit der jeweiligen Monatsmiete verrechnet, woraus sich die nächste Abbuchung ergibt. Darüber hinaus bietet die RemoteSolar-App die Möglichkeit, den Speicher aktiv freizugeben oder zu sperren sowie verschiedene weitere Optionen, um die Nutzung der erzeugten Solarenergie optimal zu steuern. Vor allem das Steuertool über die App plus die wenigen Zwischenschritte gäben so mehr Freiheit für die Endkund:innen.

„Der Vorteil für die Verbraucher:innen ist, dass sie bei RemoteSolar Versorger, Energiemanagement und Lieferant unter einem Dach haben. Das können Stadtwerke so nicht leisten“, erklärt Schmitz, der bisweilen auch spätabends noch Anrufe persönlich entgegennimmt. Denn während bei herkömmlichen Stromverträgen eine ganze Kette von Parteien involviert ist, bis der Strom aus der Steckdose kommt, gibt es in seinem Geschäftsmodell eigentlich nur RemoteSolar und seine Kund:innen. Diese verfügen über die Solaranlage, während er sich um das Management und die Prozesse kümmert. „Eigentlich genau wie bei einer eigenen Dachanlage – nur besser“, ergänzt Schmitz.

Große Pläne

Die Unterschiede zum konventionellen Ökostrombezug kann Michael Schmitz auf einer DIN A4 Seite skizzieren. (Foto: RemoteSolar GmbH)

Noch steckt RemoteSolar in den Kinderschuhen. So beträgt die derzeitige Wartezeit für interessierte Abnehmer:innen circa 12 bis 24 Monate. „Aktuell befinden wir uns noch in der Akquise von potenziellen Kund:innen“, sagt Schmitz. „Der nächste Schritt wird dann die Bereitstellung der Solarmodule sein. Hierfür sind wir glücklicherweise bereits mit verschiedenen Bestandsparks in Verhandlung. Ziel ist es, bereits in einem halben Jahr die ersten Menschen mit Solarstrom ‚wie vom eigenen Dach‘ zu versorgen.“ Auch von Seiten der Energiewirtschaft sieht Schmitz großes Interesse an möglichen Kooperationen in der Zukunft. (pms)

www.remotesolar.de