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Strom vom Parkplatz

04.02.2026 –  Zusammen mit Tauber-Solar hat die Firma LAUDA eine solarbestückte Carportanlage für den Firmenparkplatz realisiert.

Foto: TAUBER-SOLAR Holding GmbH

Dass Solarstrom nicht nur für Privatkund:innen interessant sein kann, ist altbekannt. Immer mehr Betriebe investieren in eigene Anlagen, um Kosten zu senken, unabhängiger vom Strommarkt zu werden und letztlich auch etwas für die eigene Nachhaltigkeit zu tun. Rund 29 Prozent der PV-Anlagen in Deutschland liegen inzwischen auf Firmendächern, meldet der Bundesverband Solarwirtschaft. Auch bei der Firma LAUDA in Lauda-Königshofen gehört Solarenergie seit Jahren zur Unternehmensstrategie. Das Unternehmen produziert industrielle Kühlgeräte und benötigt dafür jährlich rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom. Eine bestehende 124-kWp-Anlage auf dem Dach deckte davon bereits einen Teil. Doch der wachsende Energiebedarf verlangte nach mehr und gleichzeitig fehlte Platz auf dem Betriebsgelände für neue Stellflächen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Beides ließ sich mit einer Carportanlage verbinden: neue Stellplätze für Beschäftigte und Besucher, überdacht mit Modulen, die Solarstrom liefern.

„Wir begleiten Projekte von der Entwicklung über den Bau bis zum laufenden Betrieb – das ist der Unterschied zu vielen anderen Anbietern. Gerade bei Industrie- und Gewerbekunden zahlt sich das aus, weil alles aus einer Hand kommt und wir technische wie organisatorische Themen früh zusammenbringen können.“ Arne Weinig, Geschäftsführender Gesellschafter bei Tauber Solar. Foto: TAUBER-SOLAR Holding GmbH

Ein gesetzlicher Anstoß kam ebenfalls hinzu. Seit Januar 2022 gilt in Baden-Württemberg die Pflicht, größere neu angelegte Parkplätze mit Photovoltaik auszustatten. Mindestens 60 Prozent der Fläche müssen überdacht werden. Für LAUDA war diese Vorgabe aber eher Rückenwind als Auslöser. „Wir sind ein Unternehmen, das sehr vom Anspruch auf Nachhaltigkeit getrieben ist und eine Vorreiterrolle einnehmen wollen. Deswegen war uns von Anfang an klar, dass wir das Projekt größer umsetzen werden, als es der Gesetzgeber vorschreibt“, sagt Geschäftsführer Dr. Marc Stricker.

Von Fundament bis Trafo

Bevor die ersten Module aufs Dach konnten, musste die Parkplatzfläche grundlegend neu angelegt werden. Die Erdarbeiten, Fundamente und unterirdische Infrastruktur übernahmen ein lokales Bauunternehmen. Für die elektrische Seite war Tauber-Solar verantwortlich. Das Unternehmen installierte drei Wechselrichter vom Typ SMA Core 2 STP 110, die den erzeugten Strom ins interne Netz einspeisen, und lieferte zudem die gesamte Elektroinfrastruktur vom Messwandler über Schutzschränke bis hin zur zentralen Steuerung.

Eine zusätzliche Herausforderung brachte die Netzkapazität mit sich: Die bestehende Trafostation hätte die Einspeisung von rund 400 kWp nicht verkraftet. Deshalb musste parallel eine neue Station errichtet werden. „Das Projekt nahm schnell große Ausmaße an, weshalb wir diese Investition zusammen mit unserem Energieversorger umsetzen mussten“, erinnert sich Stricker.

Laden erwünscht

Mit dem Bau verband LAUDA gleich noch die Erweiterung der Ladeinfrastruktur vor Ort. Heute gibt es 40 Ladepunkte für E-Bikes und 22 für Elektroautos, einige davon öffentlich zugänglich. „Uns ist wichtig, dass wir unsere Lademöglichkeiten mit der Öffentlichkeit teilen können, weshalb wir auch unsere Poolautos am Wochenende der Allgemeinheit zur Verfügung stellen“, sagt Stricker.

Vorzeigeprojekt

Letztlich entstand in nur vier Monaten Bauzeit eine Anlage mit 810 PV- Modulen auf einer Dachfläche von 1.901,7 Quadratmetern. Mit einer Gesamtleistung von 332,1 kWp kann LAUDA rund ein Drittel seines Stromverbrauchs decken. Der Eigenverbrauchsanteil liegt bei 85,5 Prozent, was die Anlage wirtschaftlich besonders effizient macht.

Der neue Solarcarport auf dem Firmenparkplatz von LAUDA in Lauda-Königshofen liefert Strom für rund ein Drittel des Betriebsverbrauchs und bietet gleichzeitig neue Stellplätze für Mitarbeitende und Besucher. (Foto: TAUBER-SOLAR Holding GmbH)

Für Tauber-Solar war das Projekt ebenfalls ein besonderes. Die Y-Stahlstützenkonstruktion, auf der die Module ruhen, war auf Grund der aufwändigen Baugenehmigung eine Premiere für das Team aus Tauberbischofsheim. Der Mittelständler übernahm die Umsetzung als Generalunternehmer – von der Planung über die elektrische Auslegung bis zur Inbetriebnahme. Neben Industrie- und Gewerbeanlagen betreut Tauber-Solar auch Großprojekte ab zehn Megawatt, bietet Service und Wartung sowie Investitionslösungen an. Das Unternehmen versteht sich als Partner, der Projekte ganzheitlich begleitet – technisch, organisatorisch und, wo nötig, auch baurechtlich.

„Gerade bei größeren Anlagen wird es schnell komplex“, sagt Arne Weinig, geschäftsführender Gesellschafter von Tauber-Solar. „Da geht es um Werknetze, Zertifizierungen, Regeltechnik – um viele Schnittstellen, die sauber zusammenspielen müssen. Stadtwerke kennen ihr Netz in- und auswendig, wir bringen das Spezialwissen für Planung und Umsetzung ein. Wenn man diese Stärken zusammenführt, entstehen Projekte, die wirklich funktionieren.“ (pms)

www.lauda.de

www.tauber-solar.de