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Umfrage: Mehrheit im Südwesten für Klimaneutralität bis 2040

11.10.2022 – Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Plattform EE BW unterstützt die große Mehrheit (71 Prozent) der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg, dass das Bundesland bis 2040 klimaneutral werden will. 17 Prozent können dies nicht einschätzen. Nur 12 Prozent lehnen dies ab. Bei der Frage, ob die Ziele des Landes zu erreichen sind, antworten 26 Prozent mit ja, 47 Prozent denken dies nicht und 27 Prozent können es nicht einschätzen.

Photovoltaik am beliebtesten

Mehr als zwei Drittel der Befragten wünscht sich einen stärkeren Ausbau der Photovoltaik und Solarthermie. Demnach wollen 71 Prozent mehr Solarstromanlagen. Bei solarthermischen Anlagen, plädieren 69 Prozent für einen Zuwachs. Auch bei der Windenergie steht eine starke Mehrheit pro Windkraft im Südwesten: 62 Prozent unterstützen einen Ausbau ausdrücklich. Nur 24 Prozent wollen die Zahl der Anlagen auf dem aktuellen Stand belassen (15 Prozent) oder verringern (9 Prozent). Bei der Wasserkraft befürworten 52 Prozent einen Ausbau.

Windrad Wald Plattform EE Web

Laut einer aktuellen Umfrage haben die meisten Menschen im Südwesten nichts gegen Windenergie- und Photovoltaikanlagen einzuwenden – auch nicht in ihrem unmittelbaren Umfeld. Foto: Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e.V., A. Jung

Erneuerbare Energien stören auch nicht in der unmittelbaren Umgebung

Die allgemeine Unterstützung für die Erneuerbaren ist also groß. Doch wie sieht es vor der eigenen Haustüre, im unmittelbaren Wohnumfeld, aus? Das etwas überraschende Ergebnis: Auch hier sind die Vorbehalte gegen Solar und Wind gering. Bei Solaranlagen auf dem Dach haben 85 Prozent keine oder nur geringe Bedenken. Bei Solarparks sind es 76 Prozent, ebenso bei der Wasserkraft. Rund zwei Drittel, 64 Prozent der Befragten, haben keine oder weniger große Vorbehalte gegen die Windenergie in der Umgebung. Auch bei Geothermie- und Erdwärmeanlagen (59 Prozent), Biogasanlagen (55 Prozent) und größeren Heizwerken, etwa mit Holzhackschnitzeln, (55 Prozent) haben die meisten Leute keine Bedenken, wenn sie sich in der Nähe befinden.

Viele wollen auch selbst auf erneuerbare Energien umsteigen

Die Energiewende selbst mit vorantreiben will auch eine große Anzahl, auch wenn die Zahlen hier nicht so deutlich seien: Mehr als die Hälfte der Südwestdeutschen bezieht bereits jetzt Ökostrom (43 Prozent) oder hat dies in den nächsten zwei Jahren vor (13 Prozent). Immerhin wollen 41 Prozent der Gebäudeeigentümer in den nächsten zwei Jahren eine Photovoltaikanlage installieren oder haben schon eine (19 und 22 Prozent). 32 Prozent haben dies vielleicht vor.

Die alte Heizung gegen eine Ökoheizung austauschen, etwa eine Wärmepumpe oder eine Pelletheizung, oder sie für erneuerbare Energien optimieren möchten 40 Prozent; 21 Prozent haben dies bereits oder sind dabei, 19 Prozent wollen dies in den nächsten 24 Monaten tun. 28 Prozent haben dies vielleicht vor. Den Anschluss an ein Wärmenetz nutzen oder erwägen 16 Prozent. 8 Prozent sind bereits dabei, weitere 8 wollen dies in der nächsten Zukunft, 30 Prozent haben es eventuell vor.

Die Gründe für die Zurückhaltung: Für 50 Prozent sind die Investitionskosten für eine Anlage zu hoch, 37 Prozent finden die Beantragung von Fördermitteln zu kompliziert. Die Verfügbarkeit von Fachkräften und Material sieht fast jeder Dritte als zentrales Hemmnis.

In der Online-Panelbefragung wurden Ende Juli 1.002 Personen befragt. (ds)

www.erneuerbare-bw.de