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Versorgungssicherheit für Akzeptanz der Energiewende

15.08.2025 – Das Bundeswirtschaftsministerium befindet sich in der Erarbeitung des nächsten „Monitoring der Energiewende“. Ein wichtiger Faktor: Die gute Versorgungssicherheit.  

Bei dieser Bestandsaufnahme geht es nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auch um den Stand der Versorgungssicherheit– ein Bereich, in dem Deutschland weltweit führend sei. Zahlreiche Daten, zum Beispiel aus der amtlichen Energiestatistik des Statistischen Bundesamts und der BNetzA, dienen als Grundlage für den Bericht, der wahrscheinlich im September 2025 veröffentlicht wird. Eine vierköpfige, unabhängige Energieexperten-Kommission begleitet das Energiewende-Monitoring.  

Weltweit führende Versorgungssicherheit  

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) betont, dass Deutschland vom „sichersten Stromversorgungssystem“ der Welt profitiere. Insgesamt lag die durchschnittliche Stromausfallzeit nach Ministeriumsangaben bei etwa 13 Minuten – ein sehr geringer Wert. In den USA lag dieser Wert bei im Schnitt 367 Minuten. Nach Angaben des BDEW verbesserte sich der bereits gute Wert in Deutschland auch durch den steigenden Stromanteil aus erneuerbaren Energien weiter. „Dies zeigt, dass die Leistungen der Netzbetreiber bei den Investitionen in Infrastruktur und Netzmodernisierung Früchte tragen: Ein Standortvorteil für Deutschland“, betont Kerstin Andrae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Andrae begrüßt, dass das BMWE in seinem Monitoring zum Stand der Energiewende auch die Versorgungssicherheit überprüft.  

BDEW fordert mehr gesicherte Leistung in der Stromerzeugung 

Mit der Transformation des Energiesystems seien Maßnahmen erforderlich, um die Versorgungssicherheit langfristig auf Spitzenniveau zu halten. (Der BDEW verweist an dieser Stelle auf „dringend mehr gesicherte Leistung in der Stromerzeugung und eine nachhaltig gesicherte und diversifizierte Versorgung mit Gas.“) 

Bisher beeinträchtigten fehlende Stromerzeugungskapazitäten die Versorgungssicherheit nicht. Damit dieser Zustand auch zukünftig anhält, benötige es nach BDEW-Ansicht schnell mehr steuerbare, gesicherte Leistung, etwa aus neuen (H2-ready-)Kraftwerken und Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Für begrenzte Zeiträume von Stunden bis einige Tage setzt der Verband auf Pumpspeicherwerke und Batteriespeicher.  

„Bis 2038 gehen geplant stetig steuerbare Stromerzeugungskapazitäten aus dem Markt, insbesondere Kohle- und alte Gaskraftwerke. Für ein funktionierendes Energiesystem brauchen wir daher neue steuerbare, gesicherte Leistung, um die Residuallast zu decken“, sagt Andrae. Es benötige daher wasserstofffähige Gaskraftwerke mit einer Ausschreibung bis spätestens Anfang 2026, damit diese Anlagen rechtzeitig verfügbar seien. „Dazu sind eigentlich nur wenige, aber wichtige Anpassungen am bisherigen KWSG-Entwurf notwendig, um Investitionen rechtssicher auszulösen“, betont Kerstin Andreae. „Um es nochmal auf den Punkt zu bringen, die Akzeptanz der Energiewende würde leiden, wenn die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet wird“, betont Kerstin Andrae. (cst) 

www.bdew.de  

www.bundeswirtschaftsministerium.de 

Beitragsbild: VRD/stock.adobe.com