27.04.2026 – Steigende Zahlen intelligenter Messsysteme machen ein effizientes Gerätemanagement unverzichtbar. AVSystem hat seine weltweit bewährte Technologie in einem leistungsfähigen Netzwerkmanagementsystem (NMS) für den deutschen Markt gebündelt.

Foto: AVSystem Sp. z o. o.
Die Vorgaben für den Smart Meter-Rollout sind klar und viele Versorgungsunternehmen kommen voran. So waren etwa bei enercity im Februar dieses Jahres ungefähr 21.000 intelligente Messsysteme und 13.000 Smart Meter Gateways verbaut, Netze BW berichtet von rund 240.000 intelligenten Messsystemen im Feld und etwa 10.000 Geräten, die monatlich neu installiert werden. Und auch dort, wo die Quoten aktuell noch nicht erreicht sind, wird der Anteil von iMsys schnell ansteigen.
Neue Herausforderungen
Mit den wachsenden Stückzahlen ergeben sich allerdings neue Herausforderungen, denn auch Smart Meter Gateways können fehlerhaft arbeiten oder ausfallen. Eine bekannte Schwachstelle ist die Datenübertragung per LTE, die aktuell von den meisten intelligenten Messsystemen genutzt wird. Doch auch Probleme mit der Stromversorgung, der Hardware oder Software treten auf.
In solchen Fällen werden relevante Daten für Abrechnungsprozesse oder den Netzbetrieb nicht übertragen. Prozesse stocken, im schlimmsten Fall drohen Haftungsschäden. Monteure müssen entsandt werden, um die Probleme zu diagnostizieren und zu beheben. Erfahrungen im Rollout zeigen aktuell zwar geringe Fehlerquoten von durchschnittlich etwa fünf Prozent. Hochgerechnet auf den Massenbetrieb ergeben sich daraus allerdings beachtliche Zahlen – verbunden mit Aufwänden und Kosten, die durch die gesetzlichen Preisobergrenzen nicht gedeckt sind.
MSB und GWA in der Verantwortung

Übersichtliche Dashboards geben jederzeit detaillierte Auskünfte über die verbauten Geräte. (Foto: AVSystem Sp. z o. o.)
Erschwerend kommt hinzu, dass der ordnungsgemäße Betrieb in einem komplexen Zusammenspiel von Akteuren sichergestellt und gemäß strenger regulatorischer Vorgaben umgesetzt und dokumentiert werden muss. Dabei trägt der MSB als Vertragspartner der Kund:innen die Gesamtverantwortung. Er kümmert sich oft auch um die physischen Prozesse bei Einbau, Wartung und Demontage – mit eigenen oder externen Teams. Die Zuständigkeit für die IT- und Kommunikationsprozesse liegt bei der Rolle des GWA, die meist von Dienstleistern wahrgenommen wird. Dem GWA obliegt gemäß §25 MsbG „…die Installation, Inbetriebnahme, Konfiguration, Administration, Überwachung und Wartung des Smart-Meter-Gateways…“.
Für den reibungslosen Betrieb der digitalen Messinfrastruktur müssen die unterschiedlichen Aufgaben eng verzahnt werden – speziell auch mit Blick auf die Optimierung der teuren Außendiensteinsätze.
Geräte im Überblick
„Der Schlüssel für diese Prozesse ist ein leistungsfähiges Netzwerkmanagementsystem“, sagt Rafal Kupis, Pre-sales Engineer bei AVSystem. Er weiß, wovon er spricht, denn das Unternehmen mit Hauptsitz im polnischen Krakau hat sich auf Technologien spezialisiert, mit denen sich vernetzte Geräte aus der Ferne konfigurieren und überwachen lassen – mit besonderem Fokus auf Konnektivität und Datenkommunikation. Betreiber großer Telekommunikationsnetze wie Vodafone oder T-Mobile setzen auf Lösungen von AVSystem, zu den Kunden und Partnern in der deutschen Energiebranche zählen nicht nur EMH, Theben, Sagemcom, Digimondo und Lackmann, sondern auch der größte deutsche Energieversorger.
Mit Coiote IoT DM hat AVSystem ein NMS auf den deutschen Markt gebracht, das speziell für die Anforderungen der Smart Meter-Infrastruktur in Deutschland ausgelegt ist. In Zusammenarbeit mit Gateway-Herstellern, dem BSI und der DKE wurde damit die Möglichkeit geschaffen, heterogene iMsys-Flotten herstellerübergreifend zu verwalten.
LwM2M für resiliente Prozesse
Die cloudbasierte Lösung nutzt native Lightweight M2M (LwM2M)- Mechanismen für den Datenaustausch mit Geräten, die über Mobilfunk- oder IoT-Netzwerke kommunizieren. LwM2M ist ein kompaktes Protokoll, das von der Open Mobile Alliance speziell für ressourcenbegrenzte Geräte entwickelte wurde und auf einer Client-Server-Architektur basiert. „Tatsächlich ist es ideal geeignet, um für Smart Meter Gateways ein skalierbares, effizientes und sicheres Gerätemanagement einschließlich BSI-konformer Firmware-Updates zu realisieren“, erklärt Kupis.
Alle zertifizierten Smart Meter Gateways lassen sich mit jeder LwM2M-unterstützenden Bibliothek problemlos als Clients an das Coiote NMS anbinden und übermitteln dann in Echtzeit Gerätestammdaten, aktuelle Verbindungswerte, etwa zur Signalstärke und -qualität, sowie prinzipiell frei definierbare Zustandsinformationen.
Hat ein Gateway innerhalb eines bestimmten Zeitfensters keine Verbindung hergestellt oder keine Daten übertragen, erfolgt eine automatische Meldung. „Besonders hilfreich in diesem Fall ist die Möglichkeit, über die Plattform weitere Informationen zum Gerät oder der Mobilfunkinfrastruktur vor Ort abzufragen und zu analysieren“, betont Rafal Kupis. So ließen sich Fehler gezielt eingrenzen und unnötige Anfahrten vermeiden. Zudem ermöglicht das NMS Fernwartungen und standardisierte Software-Updates. Alle Werte, Analysen und Aktionen werden revisionssicher dokumentiert.
Durchgängige Unterstützung

Übersichtliche Dashboards geben jederzeit detaillierte Auskünfte über die verbauten Geräte. (Foto: AVSystem Sp. z o. o.)
Das funktioniert auch an der Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Rollen und Teams. So können Mobilfunkparameter oder -abdeckung noch während der Installation überprüft werden. Liegt die Qualität unter dem gewünschten Schwellenwert, erhält der Monteur sofort ein Signal, um beispielsweise die Antenne oder Verkabelung zu optimieren. Rafal Kupis: „Erst, wenn die Übertragung stabil und die Backend-Anmeldung erfolgreich ist, ist der Auftrag abgeschlossen.“ Der standardisierte Prozess reduziert manuelle Schritte, so dass auch weniger erfahrene Monteure das Smart Meter Gateway stabil ans LTE-Netz anbinden und in Betrieb nehmen können. „Mit einem EST-basierten Zertifikats-Enrollment kann der GWA seine gesetzliche Pflicht erfüllen und das sichere Onboarding im Massen-Rollout skalieren“, ergänzt Kupis.
Im laufenden Betrieb zeigt Coiote IoT DM auf einen Blick, ob die intelligenten Messsysteme zuverlässig Daten übertragen und vom Betreiber erreichbar sind. Das NMS gibt auch im Fehlerfall Echtzeit-Einblicke in relevante Metriken wie RSSI, RSRP, Cell ID, Frequenzband oder Verbindungsmodus, liefert Informationen zum Netzwerkverlauf sowie zu physischen Geräteparametern. „Durch schwellenbasierte Alarme und Fernzugriff auf die Geräte können Probleme oft vermieden oder behoben werden, bevor Geräte ausfallen“, ergänzt der AV-System-Experte. „Und wenn ein Monteur zur Messstelle fährt, weiß er, was er zu tun hat.“ Ein positiver Nebeneffekt: Die detaillierte Analytik kann dem MSB helfen, seine Infrastruktur datenbasiert und in Abstimmung mit dem Mobilfunkanbieter zu optimieren.
Falls Gateways außer Betrieb genommen werden müssen, hat der GWA die Aufgabe, den physischen Ausbau an der Messstelle regulierungskonform in seinen Systemen umzusetzen und zu dokumentieren. „Unser NMS führt systematisch durch diese Prozesse und verhindert so, dass stillgelegte Geräte versehentlich aktiv oder undokumentiert bleiben“, berichtet Rafal Kupis. Auch der Zertifikatsstatus lässt sich durch den gesamten Lebenslauf des Geräts verfolgen – auch wenn Geräte erneuert, ab- oder umgemeldet werden müssen. Ausgestattet mit diesen Funktionalitäten bietet Coiote IoT DM beste Voraussetzungen, um auch große iMSys-Flotten wirtschaftlich, zuverlässig und regulierungskonform zu betreiben. (pq)


