29.04.2026 – Mit smarter Funktechnologie und den Modulen des Metering-Connectivity-Spezialisten Elvaco nutzt E.ON Energy Infrastructure Solutions NB-IoT-Konnektivität, um Messwerte effizient und FFVAV-konform für die Abrechnung zu erfassen und zu verarbeiten.

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Die Digitalisierung der Energieinfrastruktur beginnt oft an einem eher unscheinbaren Punkt: am Zähler. Was lange Zeit als rein technische Messaufgabe galt, entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Thema im Asset Management von Energieversorgern und Netzbetreibern. Fernauslesbare Messsysteme, standardisierte Datenflüsse und durchgängige Prozesse vom Zähler bis zur Abrechnung werden zur Voraussetzung für effiziente Betriebsabläufe, regulatorische Konformität und neue Serviceangebote für Kunden.
Besonders in der Wärmeversorgung steigt der Druck zur Digitalisierung. Mit der Fernwärme- oder Fernkälte-Verbrauchserfassungs- und -Abrechnungsverordnung (FFVAV) hat der Gesetzgeber klare Vorgaben für die Fernauslesbarkeit von Zählern und die Bereitstellung unterjähriger Verbrauchsinformationen geschaffen. Bis Ende 2026 müssen alle entsprechenden Liegenschaften fernauslesbar sein, damit Kunden ihre Verbrauchsdaten regelmäßig einsehen können.
NB-IoT statt LoRaWAN
Für viele Versorger stellt sich damit nicht nur die Frage nach dem Zähler selbst, sondern auch nach der passenden Kommunikationsinfrastruktur. Während zahlreiche Stadtwerke beim Aufbau ihrer Fernausleseplattformen auf Long Range Wide Area Network (LoraWAN) setzen, hat sich E.ON Energy Infrastructure Solutions , das Geschäftsfeld für Energielösungen für Städte und Industrien innerhalb des Konzerns, für das sogenannte Narrowband Internet of Things (NB-IoT) entschieden.

„Im Vergleich zu Alternativen wie LoRaWAN oder wireless M Bus bietet NB-IoT deutliche Vorteile und eignet sich besonders gut für dezentrale Projekte. Für viele unserer Gesellschaften ist NB-IoT daher die bevorzugte Lösung.“ Sven Eckert, Digital Product and Transformation Manager bei E.ON Energy Infrastructure Solutions. Foto: E.ON Energy Infrastructure Solutions GmbH
Bereits 2023 startete das Unternehmen einen Feldversuch und testete unterschiedliche LPWAN-Technologien für IoT-Anwendungen, darunter NB-IoT, wireless M-Bus und LoraWAN. Aufgrund der guten Gebäudedurchdringung und Verfügbarkeit sowie der Verlässlichkeit bei der Datenübertragung erwies sich NB-IoT in diesem Fall als die passende Technologie, um die Anforderungen der FFVAV zuverlässig umzusetzen.
Ein weiterer Vorteil: Für NB-IoT muss keine eigene Gateway-Infrastruktur aufgebaut und betrieben werden. Die Technologie nutzt vorhandene Sendemasten und die Netze der großen Mobilfunkanbieter, was Installations- und Wartungsaufwand reduziert. Zudem sind keine spezifischen Fachkenntnisse für die Installation erforderlich. Im Frühjahr 2024 entwickelte E.ON auf dieser Basis das Produkt „digitaler Kundenzähler“. Er besteht aus einem Zähler von Landis+Gyr, dem NB-IoT-Modul von Elvaco, einer SIM-Karte für das Telekom-Mobilfunknetz sowie einer Batterie.
Kommunikationsmodul verhindert Vendor-Lock-in
Damit auch Hardware anderer Hersteller eingesetzt werden kann, setzt E.ON auf ein technologieoffenes Zählerkommunikationsmodul von Elvaco. Dadurch lassen sich beispielsweise auch Zähler von Kamstrup oder Diehl Metering in das System integrieren.
Florian Schmidt, Head of Sales DACH und BeNeLux bei Elvaco, erklärt: „E.ON betreibt eine eigene IoT-Plattform. Sobald die Elvaco-Module installiert und aktiviert sind, übertragen sie die Zählerdaten direkt in die IoT-Infrastruktur. Dort werden die Daten gesammelt und für weitere Anwendungsfälle verarbeitet.“
Bottom-up-Ansatz
Neben Verbrauchswerten übermitteln die Module auch weitere Betriebsdaten, etwa Vor- und Rücklauftemperaturen. Diese Informationen sollen zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten innerhalb der Organisation ermöglichen. „Einige Gesellschaften haben auf deren Basis kleine Prototypen entwickelt, die sie dem Netzbetrieb zur Verfügung stellen. So lassen sich so genannte Schlechtpunkte im Netz identifizieren und auf einer Karte visualisieren, an denen Wärmeabnehmer Rücklauftemperaturüberschreitungen – also zu hohe Rücklauftemperaturen – zurück ins Netz speisen“, berichtet Schmidt.

Übergabestation mit eingebautem Wärmezähler. (Foto: E.ON Energy Infrastructure Solutions GmbH)
Rollout in mehreren Gesellschaften
E.ON beliefert bundesweit mehrere hundert Liegenschaften bzw. Messstellen mit Wärme. Bis Ende 2026 sollen insgesamt rund 16.000 Wärmezähler installiert und fernausgelesen werden, um die Anforderungen der FFVAV zu erfüllen. Rund 8.500 Geräte waren bereits im Herbst 2025 im Einsatz.
Sechs operative Gesellschaften nutzen die Daten bereits produktiv, berichtet Sven Eckert, Digital Product and Transformation Manager bei E.ON Energy Infrastructure Solutions: „Weitere folgen monatlich – etwa die Envia Therm GmbH, die nach einem erfolgreichen Pilotprojekt aktuell in die Umsetzung geht. Bis Ende 2026 werden alle von E.ON belieferten oder versorgten Liegenschaften zuverlässig fernauslesbar sein und die Vorgaben der FFVAV erfüllen.“ (pms)

NB-IoT im Zentrum: Harmonisiert-standardisierter Messdatenfluss für E.ON. (Grafik: Elvaco AB)


