50Hertz bringt Rechenzentrum ans Höchstspannungsnetz 

16.07.2025:  Der britische Datacenter-Betreiber VIRTUS und der Stromübertragungsnetzbetreiber 50Hertz haben den Anschlusserrichtungsvertrag für ein neues Rechenzentrum in Wustermark bei Berlin unterzeichnet. 

50Hertz Techniker:innen während eines Kontrollrundgangs in einem der Umspannwerke (Bild: 50 Hertz Transmission GmbH)

Der VIRTUS Data Centre Campus Wustermark wird sich über eine Fläche von mehr als 350.000 Quadratmetern erstrecken. Mit einem Investitionsvolumen von drei Milliarden Euro gehört dieses Vorhaben zu den derzeit größten Rechenzentren-Projekten in Europa.

Für die Energieversorgung des geplanten Rechenzentrums errichtet Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz einen Anschluss an das 380kV-Höchstspannungsnetz und erweitert das Umspannwerk Wustermark. Der Ausbau beinhaltet die Errichtung von zwei Leitungsschaltfeldern für den n-1-sicheren Anschluss des Rechenzentrums sowie eine zweite 380-kV-Querkupplung. Der Netzanschluss wird über eine Anschlussleistung von 300 Megawatt verfügen. Dabei trägt die Anbindung des UW Wustermark an den Nordring Berlin sowie mehrere nahegelegene Windparks zur Versorgung des Großprojekts mit grüner Energie bei.  Das Investitionsvolumen für diese Baumaßnahmen beträgt rund 16 Millionen Euro.  

VIRTUS errichtet zudem ein eigenes Umspannwerk, das an die beiden neuen Schaltfelder im 50Hertz-Umspannwerk Wustermark angeschlossen werden soll. 

Patrick Schürkötter, Director Strategic Power Delivery bei VIRTUS lobt die Zusammenarbeit: „Die Bewältigung der großen Herausforderungen, die sich aus der 380-kV-Technologie, den rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen und den besonderen Anforderungen an die Energieversorgung eines Rechenzentrums-Campus ergeben, war nur dank der starken Partnerschaft mit 50Hertz möglich.“ 

Dirk Biermann, Geschäftsführer Operations (COO) von 50Hertz bedankt sich für die sieht das Großprojekt auf einem guten Weg und betont die Bedeutung für die Region „Erneuerbare-Energien-Kapazitäten und der Nähe zu den Standorten zahlreicher IT-Unternehmen machen die Region Berlin-Brandenburg zu einem idealen Standort für solche Zukunfts-Investitionen. “ 

Rechtliche Rahmenbedingungen anpassen  

Gleichzeitig richtet er einen Appell an die Politik: Um auch künftig wichtige Großprojekte ans Stromübertragungsnetz anschließen zu können, setzt sich 50Hertz dafür ein, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu ändern. Dirk Biermann: „Derzeit zwingen uns regulatorische Vorgaben dazu, Anträge auf einen Netzanschluss nach dem Prinzip „First come, first serve“ zu behandeln: Nicht der Reifegrad eines Projekts entscheidet, sondern der Poststempel. Es sollten jedoch diejenigen Netzanschluss-Projekte zum Zuge kommen, die einen hohen Reifegrad aufweisen und an auch aus Netzsicht geeigneten Standorten realisiert werden sollen. Dafür brauchen wir beispielsweise eine Reform der Kraftwerks-Netzanschlussverordnung. Hier sollte die neue Bundesregierung zügig handeln.“ (pq) 

www.50hertz.com