02.09.2025 – Aktuelle Untersuchungsergebnisse des BDEW legen nahe, dass der Mobilfunknetzausbau optimiert werden kann, indem auf die Bestandsinfrastrukturen von Energieversorgungsunternehmen zurückgegriffen wird: „Der Mobilfunkausbau kann schneller, effizienter und ökologisch verantwortungsvoller erfolgen, wenn Mobilfunkantennen verstärkt etwa an bestehenden Windkraftanlagen oder Strommasten angebracht werden, sodass die Notwendigkeit des Neubaus eines Funkmastes entfällt“, erläutert Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Symbolbild: Die Mobilfunkabdeckung in unterversorgten Gebieten lässt sich auch dadurch verbessern, wenn Mobilfunkantennen verstärkt an bestehende Strommasten angebracht werden. (Foto: agrope / stock.adobe.com)
Von weißen und grauen Flecken
Die Studienverantwortlichen betonen, dass die Nutzung bestehen- der EVU-Infrastrukturen insbesondere in Regionen mit schlechter Mobilfunkversorgung – den sogenannten weißen und grauen Flecken – zu einer Verbesserung der Netzabdeckung führen könne. Demnach ließe sich über 20 Prozent der weißen Flecken, also Gebiete, in denen bislang weder Mobilfunknetzbetreiber noch Funkturmgesellschaften über eigene Infrastruktur verfügen, potenziell erschließen.
Bezieht man zusätzlich die grauen Flecken ein – Gebiete, in denen derzeit höchstens zwei Anbieter 4G- oder 5G-Dienste bereitstellen – könnte die bestehende EVU-Infrastruktur sogar zur Abdeckung von mehr als 40 Prozent aller weißen und grauen Mobilfunklücken in Deutschland beitragen.
Neutraler Vermittler
Um den Mobilfunkausbau auf diese Weise zu beschleunigen, sind Energieversorger, Mobilfunknetzbetreiber, Kommunen und Behörden jedoch angehalten, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. Zu diesem Zweck schlagen die Verfasser der Studie vor, auf eine unabhängige Vermittlungsstelle zu setzen, die das Angebot bestehender Infrastrukturen und Liegenschaften von EVUs mit den Suchkreisen der Mobilfunknetzbetreiber abgleicht. (cp)


