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Kooperationen: Chancen für Netzbetreiber 

19.05.2026 – Wie Netzbetreiber Ausbau und Digitalisierung der Stromverteilnetze durch Zusammenarbeit effizient bewältigen können, zeigt eine aktuelle Studie. 

Bild: Uuganbayar/stock.adobe.com

Das Gutachten „Kooperationen von Verteilnetzbetreibern – VNB-Roadmap 2045 wurde von der BET Consulting GmbH im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) erstellt.  

Die Untersuchung zeigt konkret auf, wo und wie Verteilnetzbetreiber kooperieren können, und formuliert praxisnahe Handlungsempfehlungen.  Dazu werden die aktuelle Struktur der Verteilnetzbetreiber sowie Hemmnisse und Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Kooperationen betrachtet.  

Dabei habe die historisch gewachsene, dezentrale Netzstruktur entscheidende Vor- und Nachteile. Beispielsweise liegen die Stärken der Strukturvielfalt in der Präsenz vor Ort, in kurzen Entscheidungswegen, Kundennähe, der regionalen Wertschöpfung sowie einer erhöhten Resilienz.  

Gleichzeitig stellt die Energiewende Verteilnetzbetreiber in Deutschland jedoch vor ganz neue Herausforderungen. Allein für den Aus- und Umbau der Stromverteilnetze sind bis 2045 Investitionen von mehr als 235 Milliarden Euro erforderlich. Steigende regulatorische Anforderungen, zunehmende Digitalisierung, hoher Fachkräftebedarf und parallele Großinvestitionen bringen viele Netzbetreiber an ihre Grenzen. 

Kooperationen als Lösungsweg 

Eine wirksame Antwort auf diese Herausforderungen liegt in unterschiedlichen Kooperationsfeldern und Formen der Zusammenarbeit. Dazu zählen bereits heute etablierte Beispiele wie Kooperationen bei der Digitalisierung und IT-Struktur, beim Smart-Meter-Rollout, bei Netzanschlüssen, im Netzbetrieb sowie in der Netzplanung. Diese Optionen sollten jeweils unternehmensspezifisch geprüft und in konkrete Kooperationsvorhaben überführt werden. 

Erfolgsfaktor Standardisierung 

Als wichtigen Baustein für erfolgreiche Kooperationen zwischen Verteilnetzbetreibern nennt das Gutachten Standardisierung: „Einheitliche Prozesse, Datenmodelle und Schnittstellen sind ein zentraler Schlüssel, damit freiwillige Zusammenarbeit wirksam werden und gemeinsam die Systemkosten gesenkt werden können“, sagt Heinz-Werner Hölscher Partner bei BET Consulting. Zugleich betont das Gutachten, dass Verteilnetzbetreiber Standardisierung auch dort benötigen, wo keine formalen Kooperationen bestehen: Nur durch einheitliche Standards lassen sich branchenweit Effizienzpotenziale heben, Skaleneffekte realisieren und neue Aufgaben wirtschaftlich bewältigen. 

„Wenn wir wollen, dass die Energiewende vor Ort effizient gelingt, müssen wir Zusammenarbeit erleichtern“, betont VKU- Hauptgeschäftsführer Justus Liebing. „Kooperationen stärken die Verteilnetzbetreiber. Wir brauchen hier eine passgenaue Weiterentwicklung, die zu den jeweiligen Herausforderungen vor Ort passt, statt immer neuer Diskussionen über mögliche Zwangsfusionen oder Strukturdebatten, die an den tatsächlichen Herausforderungen vorbeigehen.“ (pq)  

www.vku.de