22.01.2026 – Die Projektpartner TenneT Germany und die Jade Hochschule erforschen gemeinsam, wie der Einsatz von Drohnen und KI bei der bildgestützten Wartung und dem Betrieb eines Umspannwerks helfen kann.
Hierzu haben die beiden Projektpartner mit dem InnovationLab im niedersächsischen Umspannwerk Maade eine neue Testumgebung geschaffen, die Forschung und Praxis enger miteinander verzahnen soll. Die bisher in Laboren an der Jade Hochschule erforschten Technologien und Methoden können somit zukünftig im realitätsnahen Umfeld eines Umspannwerks getestet und weiterentwickelt werden – ohne dabei die Betriebssicherheit des Übertragungsnetzes zu beinträchtigen.

Drohnen können ihre Arbeiten in der Nähe von Anlagen, die in Betrieb sind, ausführen, ohne dass dabei Stromleitungen abgeschaltet werden müssen. (Bild: Jade Hochschule/Markus Hibbeler)
Mithilfe von Drohnen, multispektraler Sensorik sowie KI-gestützter Datenauswertung will das Gemeinschaftsprojekt der Jade Hochschule und des Übertragungsnetzbetreibers TenneT am Teststandort neue Wege finden, um kritische Energieinfrastruktur effizienter und sicherer zu warten und zu betreiben.
Das Testsetting
Das InnovationLab erstreckt sich über eine Fläche von rund 900 Quadratmetern und soll nach der ersten Ausbauphase eine stufenlos einstellbare Prüfspannung von bis zu 300.000 Volt und Prüfströme im Kiloamperebereich umfassen. Durch Verwendung der gleichen Assets wie im Übertragungsnetz wird eine realitätsnahe Umgebung für den Drohnenbetrieb erreicht. Die verwendete Sensorik beinhaltet LiDAR-Komponenten und spezifische UV-, IR- sowie RGB-Sensorsysteme. Als Drohnensysteme kommen verschiedene Plattformen mit Docklösungen für den VLOS- sowie BVLOS-Betrieb und variablen Payloads bis zu 5 kg zum Einsatz.
„Dieses Forschungsvorhaben ist ein absoluter Vorreiter auf internationaler Ebene und läuft im Forschungsbereich der elektrischen Energietechnik unter Beobachtung nationaler Netzbetreiber und internationaler Forschungsbereiche. Die Drohnentechnologie erlaubt es, künftig den Bau unseres Stromnetzes zu beschleunigen und den Betrieb durch eine reduzierte Abschaltnotwendigkeit effizienter zu gestalten. Denn Drohnen können ihre Arbeiten in der Nähe von Anlagen, die in Betrieb sind, ausführen, ohne dass wir dabei Stromleitungen abschalten müssen, was bisher aus Sicherheitsgründen oft nicht möglich war“, erläutert Tim Meyerjürgens, CEO von TenneT.
Die Zusammenarbeit beider Projektpartner ist langfristig angelegt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Die gewonnen Erkenntnisse sollen auch auf weitere Anlagen und Standorte übertragen werden, bis eine netzdeckende Anwendung erreicht ist. (cp)


