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Netzneutral 

08.05.2026 – Die LEW Verteilnetz (LVN) hat jetzt den ersten netzneutral betriebenen Batteriespeicher in Balzhausen ans Netz angeschlossen – und weitere sollen folgen.  

Der erste netzneutrale Batteriespeicher der LVN steht in Balzhausen. (Bild: green flexibility development GmbH)

Im Netzgebiet der LVN speisen viele Photovoltaik-Anlagen ins Netz ein und gerade dort können Batteriespeicher einen sinnvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Sie nehmen überschüssigen Strom auf und stellen ihn zeitversetzt wieder zur Verfügung. So ermöglichen sie, mehr erneuerbare Erzeuger ins Netz ins Netz zu integrieren, ohne die Netzstabilität zu gefährden. Gleichzeitig stellt der wachsende Speicherzubau die Netze vor neue Herausforderungen. Denn Speicher richten ihr Verhalten nach dem Strommarkt, was in einzelnen Situationen zu zusätzlichen Belastungen für das Netz führen kann. Um dieses Dilemma zu lösen, hat die LVN bereits 2024 ein eigenes Anschlusskonzept entwickelt: die netzneutrale Fahrweise. 

Netzneutralität als Lösungsansatz 

Dabei werden Batteriespeicher so betrieben, dass sie das Netz nicht zusätzlich belasten. Konkret bedeutet das: In Zeiten, in denen hohe Einspeisung aus erneuerbaren Energien auftritt, wird die Einspeisung der Speicher gezielt begrenzt – maximal für 1.000 Stunden im Jahr. So entstehen kritische Situationen gar nicht erst, und der Ausbau von Speichern wird nicht ausgebremst. Der Speicher in Balzhausen entsteht im Umfeld des Pilotprojekts „Einspeisesteckdose“, mit dem die LVN neue Wege zur Integration von Erneuerbaren und Speichern erprobt. 

„Wir brauchen deutlich mehr Speicher im Energiesystem – aber wir müssen sie so integrieren, dass die Netze jederzeit stabil betrieben werden können und die Speicher nicht um Anschlüsse mit EE-Anlagen konkurrieren. Mit der netzneutralen Fahrweise lösen wir genau diesen Zielkonflikt. Der erste Anschluss in Balzhausen zeigt: Speicherhochlauf und sicherer Netzbetrieb lassen sich zusammenbringen“, sagt Barbara Plura, Projektleiterin bei der LVN. 

Hohe Nachfrage und skalierbarer Ansatz 

Dass der Ansatz funktioniert, wurde von unabhängiger Stelle bestätigt: Eine Bewertung durch die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) zeigt, dass die Begrenzung auf bis zu 1.000 Stunden pro Jahr die Wirtschaftlichkeit von Speichern kaum beeinträchtigt. Gleichzeitig bestätigt sich der Ansatz auch in der Praxis: Die LVN verzeichnet großes Interesse an entsprechenden Anschlussanfragen. 

Insgesamt wird es so möglich, rund 1 Gigawatt netzneutraler Speicherleistung in das bestehende Netz zu integrieren – ein erheblicher Beitrag für die effiziente Energiewende in der Region. Der Speicher in Balzhausen mit einer Leistung von 40 MW und einer Kapazität von 80 MWh soll dabei kein Einzelprojekt bleiben, sondern der Startpunkt für eine Vielzahl weiterer Anlagen sein, die in den kommenden Monaten folgen sollen. (pq) 

www.lew.de