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Speicher mit Systemverantwortung

24.03.2026 – Westnetz hat im Forschungsprojekt SUREVIVE erfolgreich demonstriert, wie ein Großspeicher aktiv die Netzfrequenz im Verteilnetz stabil halten kann.

Die Batteriespeicheranlage im Forschungsprojekt SUREVIVE bei der Eröffnung im Oktober 2025. (Foto: Schönergie GmbH)

Im Projekt SUREVIVE erprobt Westnetz eine neue Steuerungstechnik für Batteriespeicher mit sogenannten netzbildenden Umrichtern. Sie sorgen nicht nur für die Einspeisung von Strom aus Batteriespeichern sowie Wind- und Solaranlagen, sondern helfen auch, Frequenz und Spannung stabil zu halten. Damit könnten Batteriespeicher eine zusätzliche Rolle im Stromsystem übernehmen, sprich: nicht nur Energie speichern und wieder abgeben, sondern das Netz aktiv stabilisieren.

Erfolgreicher Praxistest

Nach Simulations- und Labortests folgten nun die ersten Feldtests. Der dortige Großbatteriespeicher konnte so gesteuert werden, dass er Frequenz und Spannung auch bei Schwankungen konstant hielt. „Der erste Test ist erfolgreich verlaufen. Wir konnten zeigen, dass die Anlage im Mittelspannungsnetz auch im sogenannten netzbildenden Modus so reagiert, wie wir es berechnet und erwartet hatten“, sagt Ingo Liere-Netheler, Projektleiter bei Westnetz im Bereich Digitalisierung, Innovation und Technologie. „Damit haben wir im Reallabor demonstriert, wie Anlagen im Verteilnetz zur Stabilität des Stromsystems beitragen und perspektivisch Aufgaben übernehmen können, die heute noch vor allem konventionelle Kraftwerke erfüllen.“

Reallabor in Föhren

Durchgeführt wurde der Praxistest in Föhren bei Trier. Seit Oktober 2025 ist dort ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 55 Megawattstunden über die Umspannanlage der Westnetz ins Netz eingebunden. Die Solarfelder des in Föhren ansässigen Projektpartners Schoenergie befüllen den Speicher. Die Umrichtertechnik liefert SMA Solar Technology, wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und der Universität Stuttgart. „Der Feldtest ist ein wichtiger Schritt, weil er zeigt, dass sich zentrale systemstabilisierende Funktionen nicht nur in Simulation und Labor, sondern auch unter realen Bedingungen im Netz untersuchen und bewerten lassen. Im weiteren Projektverlauf werden wir nun die Spannungsbildung durch das Speichersystem während verschiedensten Testszenarien detailliert prüfen und auswerten, um die Übertragbarkeit auf künftige Anwendungen im Stromsystem besser einordnen zu können“, sagt Roland Singer, Gruppenleiter Stromrichter basierte Netze am Fraunhofer ISE.

Integration des Solarparks geplant

Der erste Feldtest fand in einem sicheren Versuchsnetz statt, bei dem keine weiteren Verbrauchs- und Erzeugungseinheiten einbezogen waren. In den nächsten Schritten sollen die umliegenden Photovoltaikanlagen (PV) in die Versuche integriert werden. Dabei wird untersucht, wie die bestehende PV-Technik mit der neuen Steuerung zusammenwirkt und welche Erkenntnisse sich daraus für zukünftige Stromnetze ableiten lassen. Das Forschungsprojekt SUREVIVE wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. (pq)

www.westnetz.de

www.schoenergie.de