Weitere Ergebnisse...

Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Post Type Selectors

Wenn der Strommast funkt

22.07.2025 – Eine aktuelle Studie zeigt, wie die bestehenden Netzinfrastrukturen und Liegenschaften von Energieversorgungsunternehmen einen positiven Beitrag zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung in Deutschland leisten können. 

Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die Mobilfunkabdeckung, etwa durch den 5G-Ausbau und neun Versorgungsauflagen, zeigt die im Auftrag des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) durchgeführte Untersuchung, welches Nutzungspotenzial in den passiven Infrastrukturen der Energieversorgungsunternehmen (EVU) schlummert. Den Studienergebnissen nach könnten energiewirtschaftliche Bestands-Infrastrukturen wie beispielsweise Strommasten, Windkraftanlagen oder Liegenschaften von Energieversorgern den Mobilfunkausbau in Deutschland kostengünstig beschleunigen. 

„Der Mobilfunkausbau kann schneller, effizienter und ökologisch verantwortungsvoller erfolgen, wenn Mobilfunkantennen verstärkt etwa an bestehende Windkraftanlagen oder Strommasten angebracht werden, sodass die Notwendigkeit des Neubaus eines Funkmastes entfällt. Gerade in ländlichen Gebieten ist das ein echter Fortschritt: Wir sparen Zeit, Kosten und Ressourcen – und schützen zugleich Natur und Umwelt“, kommentiert Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, die Ergebnisse.  

Symbolbild: Die Mobilfunkabdeckung in unterversorgten Gebieten lässt sich auch dadurch verbessern, wenn Mobilfunkantennen verstärkt an bestehende Strommasten angebracht werden. (Bild: agrope /stock.adobe.com)

Symbolbild: Die Mobilfunkabdeckung in unterversorgten Gebieten lässt sich auch dadurch verbessern, wenn Mobilfunkantennen verstärkt an bestehende Strommasten angebracht werden. (Bild: agrope /stock.adobe.com)

Von weißen und grauen Flecken 

Insbesondere in Gebieten mit unzureichender Mobilfunkabdeckung – sogenannte weiße und graue Flecken – könnte die Idee auf bestehende Infrastrukturen von EVUs zurückzugreifen, Früchte tragen. So können über 20 Prozent der reinen weißen Flecken, also Gebiete, in denen kein Mobilfunknetzbetreiber beziehungsweise keine Funkturmgesellschaft entsprechende Infrastruktur vorzuweisen hat, potenziell abgedeckt werden. Nimmt man noch die sogenannten grauen Flecken – Funknetzgebiete, in denen maximal zwei Netzbetreiber 4G- und 5G-Dienste anbieten – hinzu, liegt die Abdeckungsquote mithilfe der bestehenden EVU-Infrastrukturen potenziell bei über 40 Prozent aller weißen und grauen Zonen Deutschlands.  

Neutrale Datenplattform  

Die Studie verdeutlicht außerdem, dass Energieversorger, Mobilfunknetzbetreiber, Kommunen und Behörden gemeinsame Lösungen erarbeiten müssen, um den Mobilfunkausbau zu beschleunigen. Dieser Prozess könnte zusätzlich durch eine unabhängige Vermittlungsstelle verbessert werden, die das Angebot bestehender Infrastrukturen und Liegenschaften mit den Suchkreisen der Mobilfunknetzbetreiber abgleicht.  

Hierzu könnten die Daten der Energieversorgungsunternehmen auf einer geschützten Plattform des neutralen Vermittlers hinterlegt werden, ohne dass diese vollständig an Mobilfunknetzbetreiber übermittelt werden müssten. Umgekehrt müssten auch die Suchkreise der Mobilfunknetzbetreiber nicht vollständig offengelegt werden, sondern würden nur dann an die Energieversorgungsunternehmen weitergegeben werden, wenn dort tatsächlich geeignete Infrastrukturen vorhanden sind. (cp)  

www.bdew.de