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Sektorenkopplung für alle

28.04.2026 – Energieservices haben sich bei den Stadtwerken Kiel als erfolgreiches Geschäftsfeld etabliert. Integraler Bestandteil des Angebots für Privathaushalte war von Beginn an das Energiemanagementsystem (HEMS) der beegy GmbH.

Die intelligente Steuerung der Energieflüsse schafft nachhaltigen Mehrwert für Kund:innen. (Foto: beegy GmbH)

Strom selbst erzeugen und speichern, klimafreundlich heizen, elektrisch fahren und Energie effizient nutzen – diese Themen interessieren eine stetig steigende Anzahl privater und gewerblicher Stromkunden. Stadtwerke und Versorger sind häufig erster Ansprechpartner und somit gut aufgestellt für die Vermarktung entsprechender Produkte und Dienstleistungen.

Auch die Stadtwerke Kiel positionieren sich schon seit einigen Jahren mit einem ganzheitlichen Konzept an diesem neuen Markt: „Beim Thema Energieservices lautete unser Denkansatz von Beginn an ‚Messen – Beraten – Lösung‘. Im Zentrum steht dabei zunächst das Erfassen von Datenströmen, das Ableiten von Optimierungspotenzialen und die Übertragung auf Beratungsansätze bis hin zu konkreten Lösungsangeboten“, fasst Timo Alznauer, Leiter des Bereichs Energieservices bei den Stadtwerken Kiel, die Ausgangsidee zusammen. Anfangs standen dabei nicht Privathaushalte, sondern gewerbliche Zielgruppen, insbesondere die Wohnungswirtschaft, im Fokus. „Doch wenn man sich generell mit dem Energiemanagement von Immobilien beschäftigt, stellt sich irgendwann die Frage, wie man auch das Massengeschäft mit solchen Themen bedienen kann”, so Alznauer weiter.

Einstieg mit qualifiziertem Partner

2022 starteten die Stadtwerke Kiel ganz pragmatisch mit dem Verkauf und der Installation von Solaranlagen für Privatkund:innen. Eine komplette Vertriebsstrecke – vom Online-Konfigurator, über das Beratungsgespräch vor Ort beim Kunden, bis hin zur Konfiguration des Systems – lieferte die beegy GmbH zu, die wie die Stadtwerke Kiel zur MVV-Unternehmensgruppe gehört. Das PV-Geschäft allein schafft jedoch kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal für ein Stadtwerk, denn es steht im Wettbewerb mit zahlreichen Installationsunternehmen, die identische Leistungen anbieten. Deshalb begannen die Stadtwerke Kiel im Jahr 2024 damit, auch die weiteren Komponenten des elektrifizierten Hauses in ihr Angebot aufzunehmen – beginnend mit dem Vertrieb und der Installation von Wärmepumpen. Inzwischen bieten sie auch Lösungen für Batteriespeicher und Elektromobilität an. Die komplette Installation in Kiel übernimmt die beegy GmbH. Heute ist sie mit zwei Montageteams vor Ort aktiv und konnte in den vergangenen drei Jahren fast 750 Aufträge abwickeln. Ein weiteres Team ist bereits im Aufbau.

Energiemangement als Alleinstellungsmerkmal

Die beegy Box ermöglicht eine intelligente Vernetzung und Steuerung aller Energiekomponenten im privaten Haushalt. (Foto: beegy GmbH)

Das beegy HEMS war von Beginn Teil des Angebots für private Haushalte – doch seine Bedeutung im Vertriebskonzept hat sich gewandelt: „Tatsächlich haben wir das HEMS in der Vergangenheit einfach mitverkauft, weil es für die Kundinnen und Kunden schlichtweg sinnvoll war, ihre installierten Komponenten auch intelligent steuern zu können. Deswegen haben sich unsere Kunden auch in zwei Drittel aller Fälle für die Installation des Systems entschieden. Künftig wird das HEMS aber sicher mehr in den Fokus der Kommunikation rücken, weil es der eigentliche USP unserer Energieservices ist”, betont Timo Alznauer und erläutert auch, warum das so ist: „Anders als klassische Installationsunternehmen hatten wir als Stadtwerk von Beginn an die intelligente Kopplung der unterschiedlichen Sektoren im Blick. Alles drumherum können viele andere auch.“ Aus seiner Sicht kommt es darauf an, Verbrauch und Erzeugung in ein wirklich sinnvolles Zusammenspiel zu bringen – und dazu brauche es beispielsweise Wetterdaten. „Wenn ich schon eine gute Stunde vor dem Temperaturfühler draußen weiß, dass gleich die Sonne durchkommt, kann ich entsprechend reagieren und die Heizungsanlage drosseln, den Strom speichern oder mein Elektrofahrzeug laden“, führt er aus.

Lohnender Ansatz

Er ist überzeugt: Dieser Service lohnt sich, obwohl der Stromverbrauch der Kund:innen sinkt. „Natürlich verliere ich als Stadtwerk an Marge, wenn ich den Kunden dabei unterstütze, seinen Eigenverbrauch zu optimieren und Wärme-, E-Mobilitäts- sowie dynamische Tarife zu nutzen. Auf der anderen Seite generiere ich aber Zusatzgeschäfte durch Dienstleistungen. Nebenbei kann ich das HEMS auch dafür nutzen, Verbrauch und Erzeugung netzdienlich zu steuern und somit Kosten für den Netzausbau zu sparen.“ Möglich macht das die einfache Anbindung des beegy-Systems an ein Smart Meter-Gateway beziehungsweise eine Steuerbox, wodurch alle regulatorischen Vorgaben nach § 14 EnWG oder § 9 EEG erfüllt werden können.

Sicher und praxistauglich

Auch mit Blick auf die Sicherheit zeigt sich, dass das System für die Ansprüche von Versorgungsunternehmen entwickelt wurde. Im Unterschied zu vielen anderen Heim-Energiemanagement-Systemen ist das beegy HEMS nämlich keine reine Cloudlösung, sondern wird physisch beim Anwender installiert. Alle Komponenten werden über ein lokales Subnetz angebunden, welches vom heimischen WLAN getrennt ist. Auch die Internetanbindung der einzelnen Komponenten kann gezielt unterbunden werden. Über eine abgesicherte Verbindung kommuniziert das lokale Subnetz mit der beegy Cloud, in der Backend-Prozesse wie das Monitoring oder die Einspeisung der Informationen zu dynamischen Tarifen laufen. Das beegy HEMS fungiert dabei als lokale Firewall, die unkontrollierte Zugriffe auf die Komponenten unterbindet und nur definierte Daten an das Backend sendet. Gleichzeitig gewährleistet die Architektur, dass Optimierungen und Steuerbefehle auch bei kurzfristigem Internetausfall zuverlässig ausgeführt werden können.

Chance auch für andere Versorger

Nach Ansicht von Timo Alznauer bietet der besondere Ansatz des beegy HEMS auch anderen Stadtwerken die Chance, neue Geschäftsfelder im Bereich der Energieservices zu erschließen – vor allem, da beegy die Lösung auch als White-Label-Paket anbietet. „Stadtwerke genießen in der Regel vor Ort einen Vertrauensvorschuss und können nachhaltige Ziele glaubwürdig vertreten. Damit können sie sich mit einem HEMS unter dem eigenen Markennamen entsprechend gut positionieren. Und das ohne jeglichen Aufwand für eigene Entwicklungen“, so Alznauer.

Ergänzend zum HEMS bietet beegy bei Bedarf auch die digitale Abwicklungsstrecke an. Da das System modular aufgebaut ist, kann ein Stadtwerk frei entscheiden, ob es den kompletten Prozess selbst abbilden oder einzelne Aufgaben an Installationsbetriebe auslagern möchte. Dass beegy mit seinen Lösungen solche Kooperationen unterstützt, ist für Timo Alznauer ein weiterer Vorteil: „Auch hier in Kiel waren die Handwerksvertreter zunächst skeptisch, als wir in das neue Geschäftsfeld eingestiegen sind. Doch am Ende nehmen wir niemandem etwas weg. Die Aufgabe der Dekarbonisierung ist enorm groß und es ist wahrscheinlicher, dass die handwerklichen Ressourcen knapp werden, als dass wir uns um Kunden streiten müssen.“ Zudem sei das beegy HEMS kein exklusives Angebot der Stadtwerke Kiel. Auch freie PV- und SHK-Betriebe können es nutzen, um ihr Produktportfolio attraktiver zu gestalten. (pq)

www.beegy.com

www.stadtwerke-kiel.de