Überholt

Noch kommen die Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur – auch liebevoll CPO (Charge Point Operators) genannt – vorrangig aus der Energiewirtschaft. Doch beim schnellen Laden, der Infrastruktur für E-Lkw sowie insbesondere am wachsenden Markt der gewerblichen Flotten werden die Karten neu gemischt, und die Kräfte verschieben sich nicht unbedingt zugunsten der Stadtwerke. Trotzdem ist das Rennen nicht entschieden. Die Elektromobilität wächst weiter und Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft.

Stadtwerke und Energieversorger können in allen Aufgabenfeldern erfolgreich präsent sein und ihren Vertrauens- und Kompetenzvorschuss ausspielen. Ladepunkte im öffentlichen Raum und für das örtliche Gewerbe oder Angebote für das Laden zuhause – Wallbox, dynamischer Tarif und/oder Flexibilitätsvermarktung – sind mit vertretbarem Aufwand umzusetzen. Wer im eigenen Versorgungsgebiet aktiv und kreativ wird, kann Marktanteile sichern und zeigen, dass lokale Akteure auch dann ihren Platz behalten, wenn der Wettbewerbsdruck steigt. (pms)

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Wenn’s einfach läuft, läuft’s mit HENSEL

Wie ENYCHARGE den Alltag im Elektrohandwerk verändert
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland schreitet rasant voran. Doch hinter jeder installierten Ladesäule steht eine logistische und handwerkliche Herausforderung: Planung, Koordination, Dokumentation und der immer knapper werdende Faktor Zeit.

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Hager Ladestation witty park 2

Mit der Ladestation witty park 2 hat Hager einen leistungsstarken Doppellader für den halböffentlichen und öffentlichen Raum entwickelt, der auch als eichrechtskonforme Variante verfügbar ist. witty park 2 überzeugt durch eine einfache Installation, robuste Technik und intuitive Bedienung.

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DREI FRAGEN AN…

Foto: Dehn SE

Patrick Spangler, Head of Product Management Red Line

Herr Spangler, mit dem Hochlauf der Elektromobilität gewinnen DC- und HPC-Ladesäulen an Bedeutung. Welche Herausforderungen stellen sich bei dieser Technologie für den Blitz- und Überspannungsschutz?

Nun, zum einen handelt es sich hier um Anlagen, die deutlich teurer sind als die herkömmlichen AC-Ladesäulen. Schäden oder Ausfälle verursachen daher auch zwangsläufig höhere Kosten. Zudem haben wir es hier mit einer deutlich komplexeren Infrastruktur zu tun: Vom dreiphasigen-Wechselstrom-Anschluss führen Leitungen zum AC/ DC-Konverter und von dort aus zur Ladesäule respektive zu den Ladepunkten, an denen dann das E-Auto „betankt“ wird. An jeder Stelle kann es zu Überspannungen kommen – und zwar schon, wenn ein Blitz im Umkreis von zwei Kilometern einschlägt. Im schlimmsten Fall können dann ladende Fahrzeuge beschädigt oder sogar Menschen verletzt werden. Darum ist in der entsprechenden Norm IEC 61851- 23:2023 auch der Blitz- und Überspannungsschutz explizit geregelt.

Was genau steht in der Norm?

Neben dem maximalen Schutzpegel – dieser darf 2,5 kV nicht überschreiten – ist hier zum Beispiel geregelt, dass die gesamte Ladestrecke vom AC-Anschluss bis zum einzelnen Ladepunkt einschließlich der Kommunikationsstrecke geschützt werden muss. Da kommen im Einzelfall schon einige Schutzgeräte zusammen. In der DC-Welt benötigen diese Schutzgeräte in der Regel zusätzlich Vorsicherungen, die verschiedene Nachteile haben: Sie müssen separat beschafft und pro Schutzgerät auf der Plus- und Minus-Leitung montiert werden. Damit verursachen diese Vorsicherungen zusätzliche Kosten und sie brauchen Platz, der in einer Ladesäule nicht im Überfluss verfügbar ist.

Gibt es denn da keine andere Möglichkeit?

Tatsächlich haben wir uns bei DEHN dazu etwas einfallen lassen: Unsere neue ACI-Technologie mit integrierter Schalter-Funkenstreckenkombination macht eine externe Vorsicherung überflüssig und ist in Überspannungsschutzgeräten wie dem modularen DEHNguard M DC ACI 1250 FM integriert. Der modulare Typ-2-Ableiter verfügt über einen Schutzpegel von 2,5 kV und eine Kurzschlussfestigkeit von 100 kA – wodurch er sich auch ideal für den Einsatz in Batteriespeichersystemen eignet. Zudem spricht das neue Produkt bis 1250 V nicht an, was ein ungewolltes Fehlauslösen verhindert. Das Gerät erfüllt die normativen Anforderungen der IEC 61851-23 sowie der IEC 61643-41 und kann über einen potentialfreien Fernmeldekontakt an der Unterseite ganz einfach remote überwacht werden. Im Fehlerfall lassen sich die steckbaren Module in Minutenschnelle wechseln. (pq)

www.dehn.de

 

Beliebt trotz kleiner Schwächen

Zwar steigen die Zulassungszahlen nicht drastisch an, doch wer einmal ein E-Auto fährt, möchte es nicht mehr missen: Laut BDEW-Lademonitor 7/2025 würden 84% der Nutzer:innen auf jeden Fall wieder ein E-Auto kaufen, 73 % würden E-Autos weiterempfehlen, allerdings nur 58 % finden Laden besser als Tanken. Das könnte auch daran liegen, dass das öffentliche Laden nicht immer reibungslos funktioniert. So erleben 14 % der Befragten der Public Charging Study 2025 von USCALE häufig defekte Ladesäulen, 12 % haben Probleme mit der Autorisierung und dem Bezahlen. (pq)

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